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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2012 > Bericht vom 13.03.2012 ]

Leben retten per Mausklick

Marco Hendrisch ist begeistert von der Feuerwehr und dem Simulationsspiel "Emergency". Der 17-jährige Schüler des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums hat eine Wegberg-Modifikation programmiert: Am Computer können Einsätze im Stadtgebiet nachgespielt werden.

Ein Einsatz am Kreisverkehr in Rath-Anhoven. Spielemacher Marco Hendrisch (l.) hat ein Praktikum bei der Wegberger Feuerwehr absolviert und möchte ihr beitreten. (Screenshots/Foto: KN, Rheinische Post)

Alarm in der Feuerwache: "Hier Florian Heinsberg mit Alarmierung für die Freiwillige Feuerwehr Wegberg. Kellerbrand Jakob-Hoogen-Straße. Anrufer machen sich vor Ort bemerkbar." Jetzt zählt jede Sekunde. Die Feuerwehrfahrzeuge Florian Heinsberg 11/11/1, 11/44/1 und 11/23/1 müssen in der Wache an der Venloer Strale startklar und die Einsatzkräfte koordiniert werden. Der Einsatzleiter hat alle Hände voll zu tun. Mit Blaulicht und Martinshorn eilen die Feuerwehrautos zur Einsatzstelle.

Simulation und Strategie

Gut, dass der Einsatz nicht echt ist. Oder doch? Das Computerspiel "Emergency 4" ist eine Mischung aus verbliiffend realitatsgetreuer Simulation und Echtzeit-Strategie. Die Spieler übernehmen die Rolle des Einsatzleiters der fiktiven Feuerwehr oder Katastrophenschutzorganisation bei Verkehrsunfällen, Bränden, Verbrechen und Naturkatastrophen. Von seinen Machern wurde die Emergency-Reihe mit spektakularen Missionen ausgestattet: Da bricht der Kölner Dom durch einen Hurrikan zusammen und Berlin wird von einer Feuerwalze heimgesucht.

Marco Hendrisch (17) aus Wegberg geht es um Wirklichkeitsnähe: Unzahlige Stunden hat der Schüler des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums damit verbracht, in "Emergency 4" die Feuerwehrwache an der Venloer Stralle nachzubilden, die originalen Einsatzfahrzeuge der Wegberger Feuerwehr in das Spiel zu integrieren und die virtuellen Schauplätze im Spiel wirklichkeitsecht abzubilden. Die Schauplätze der Wegberg-Modifikation sind Orte, an denen es tatsächlich Einsätze für die Wegberger Feuerwehr gegeben hat. Einsätze wie "Fahrzeugbrand im Kreisverkehr an der B 57 in Rath-Anhoven", "Brennende Telefonzelle an der Hauptstraße" oder "Feuer im Dalheimer Wald" erscheinen auf dem virtuellen Melder. 32 Einsatzorte ("Karten") im Stadtgebiet, die den originalen Schauplatzen nahe kommen, hat Hendrisch programmiert. Jede Karte wurde im Schnitt mit 2.000 Objekten (Bäume, Fahrzeuge, Passanten) gestaltet. Eine unglaubliche Fleißarbeit. Feuerwehrchef Dietmar Gisbertz und Sprecher Frank Heinen sind begeistert: "Die Wegberg-Modifikation von Marco Hendrisch hat eine sehr hohe Detailtreue und Qualität erreicht. Wir haben uns deshalb entschieden, sie auch über unsere Internetseite anzubieten", sagt Heinen.

Die Wegberger Feuerwache in der Simulation. (Screenshots: KN, Rheinische Post)

Bei der Programmierung der Wegberg-Modifikation wurde Hendrisch von bis zu 45 Leuten unterstützt. Persönlich kennt der 17-Jahrige davon die wenigsten. Heutzutage geht das alles übers Internet. "Meine wichtigsten Helfer sind Lukas Engels aus Rath-Anhoven und Fabian Schmidt aus Bayern", sagt Hendrisch. Die Funktionen der Wegberg-Modifikation gehen weit über das Original-Spiel hinaus.

Hendrisch hat kürzlich ein Praktikum bei der Wegberger Feuerwehr absolviert. Wenn er volljahrig ist, möchte er dem Löschzug beitreten. Dann kann er sein Wissen über die Feuerwehr auch bei echten Emsätzen anwenden.

Kostenloser Download

Die Wegberg-Moditikation für das Computerspiel "Emergency 4" ist auf der Internetseite der Feuerwehr Wegberg erhältlich. Im Menüpunkt "Simulation **Neu**" sind Anleitungen und Tipps zum Spiel zu finden. Der Download ist kostenlos. Die Modifizierung setzt voraus, dass das Spiel "Emergency 4" installiert ist.

Von Michael Heckers
Rheinische Post, 13.03.2012 (Seite C1)