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Poetry Slam: Worte schaffen Welten

In der dunklen Aula des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums, die beiden einzigen Scheinwerfer auf sich gerichtet, wagten sich 19 junge Nachwuchsautoren für den Poetry Slam "Sklave der Schrift" auf die Bühne. Der Literaturwettbewerb wurde zum dritten Mal unter der Leitung von Lehrer Christoph Görner, unterstützt von Alexander Hergert, organisiert.

Allein im Scheinwerferlicht - 19 Schülerinnen und Schüler (hier: Pia Hoffmann) stellten sich beim Poetry Slam Slam im Kolbe-Gymnasium der Fachjury und dem mitwertenden Publikum. (RP-Foto: Jörg Knappe)

Mal tiefsinnig und philosophisch, mal kurzweilig und mit Witz, doch immer hochpersönlich, ehrlich und berührend trugen die Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Abiturjahrgangs ihre Texte zu den Themen Gott, Liebe, Menschsein und Alltagsbeobachtungen vor, und schafften es, das Publikum allein mit ihrer Stimme tief zu beeindrucken. Als Moderatorinnen führten Kristina Döring und Miriam Bank durch den Abend. Schreibimpulse zu den "irren Texten" setzten die Literaturkurse unter der Leitung von Christoph Görner. "Zu den Themen haben uns Gedichte und Musikstücke, oder einfach bestimmte Worte aus dem Radio inspiriert", erzählt Görner.

Ein lebhaftes Gedränge entstand, als die Zuschauer mithilfe der auf den Plätzen verteilten Duplo-Steine den Gewinner kürten. Der mit Abstand höchste Turm stapelte sich vor dem zuletzt angetretenen Geburtstagskind Maya Braun. Die Juroren Susanne Goga und Volker Hein bestätigten das Urteil, indem sie das tiefsinnige Gedicht "Welten voller Wunder" in drei Teilen, in dem die Schülerin über das Menschsein, die Fähigkeit, an Wunder zu glauben, und den Satz "Die Würde des Menschen ist unantastbar" philosophierte, mit dem ersten Platz ehrten. "Da stimmte einfach alles!", begründete Autorin Goga die Entscheidung. Die Jury urteilte nach den Kriterien "kurz, knapp, und kernig formuliert, mit Emotionen und Witz". Der zweite Platz ging verdient an David Selewski, der sich in den beiden Gedichten "In seinem Ebenbild" und "Meisterwerk" scharfzüngig mit der Rolle Gottes und der legendären Furcht des Autors vor dem leeren Papier auseinandersetzte. "Kurz, prägnant und ein bisschen bösartig, regen deine Texte zum Nachdenken an", bewertete Hein. Die Drittplatzierte, Fiona Theißen, ließ Schulfächer personifiziert als Lehrer agieren und übertrug in "Die Chemie stimmt" auf originelle und gewitzte Weise menschliche Eigenschaften auf Chemikalien.

Mit dem Gewinner des Vorjahres, Johannes Bösch, und (auf Wunsch des Geburtstagskindes) auch Christoph Görner bereicherten zwei weitere Poeten das Programm. Görner erklärte mit dem Titel des Wettbewerbs "Sklave der Schrift - Prosa, Lyrik und Experimentelles" den Antrieb der Jungpoeten, sich kreativ mit Literatur auseinanderzusetzen: "Gemeint ist, dass man sich innerlich gezwungen fühlt, Dinge, die einen beschäftigen, niederzuschreiben. Wir sind also im positiven Sinne der Literatur verpflichtet."

Zwei Profi-Autoren in der strengen Jury

Bei dem Dichterwettstreit werden selbstgeschriebene Texte nach Inhalt und Vortragsart bewertet. Die Mönchengladbacherin Susanne Goga, Literaturübersetzerin und Schriftstellerin, saß bereits zum dritten Mal in der Jury. Ko-Juror Volker Hein ist als Autor, Texter und Journalist tätig.

Von Judith Rixen
Rheinische Post, 02.02.2015 (Seite C3)