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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2015 > Bericht vom 08.02.2015 ]

Karriereplanung beginnt in der Schule

Schüler suchen ihren Weg ins Berufsleben: Auf der "Job-Info-Live" im Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg stellten sich ihnen am Samstag etwa 180 Berufe vor. Die Schüler hatten neben klassischen auch außergewöhnliche Vorstellungen von ihrem Traumberuf.

Anne Strompen (16) und Kathrin Gilleßen (15), Maximilian-Kolbe-Gymnasium

Anne Strompen und Kathrin Gilleßen auf der Job-Info-Live. (RP-Foto: Jürgen Laaser)Zwei beste Freundinnen, die sich lange kennen, bestens verstehen und viel Zeit miteinander verbringen. Und doch trennen Anne und Kathrin kleine Welten: Anne Strompen (16, Foto rechts) ist Realistin. Sie hat ihre berufliche Zukunft fest im Blick. "Ich möchte Medizin studieren und mich dann auf Psychologie spezialisieren", sagt die Gymnasiastin, die Menschen helfen will und fasziniert ist von der Beeinflussbarkeit der Psyche. Auf der Informationsmesse zielt sie ohne Umschweife auf die Stände ihres Interesses zu: Zuerst folgt sie aufmerksam den Worten der Ärzte im Wegberger Gymnasium, dann fragt sie nach Praktika am Stand des Forschungszentrums Jülich. Ihr Schülerpraktikum wird sie in einer psychologischen Einrichtung machen. "Ich weiß, dass das belastend sein wird", sagt sie. Stark müsse man sein, aber dabei würden einem gute Freunde helfen.

Ihre beste Freundin Kathrin Gilleßen zum Beispiel. "Journalismus vielleicht", antwortet sie, als es um den Traumjob der 15-Jährigen geht, die das Schreiben mag und das Lesen liebt. Außerdem sind Sprachen ihre Leidenschaft. Konkreter wird sie nicht. Sie lässt sich und ihrer Phantasie noch Freiraum bis zur Entscheidung nach dem Abitur. Bis dahin bleibt genug Zeit für ihr liebstes Hobby, und um vielleicht in den "mehr als 20 Büchern" Antworten zu finden, die sie laut Freundin Anne im Jahr liest.

Thacio Strötgies (14), Edith-Stein-Realschule

Thacio Strötgies auf der Job-Info-Live. (RP-Foto: Jürgen Laaser)Als "kreativ und sportlich" bezeichnet ihn eine Schulfreundin. Thacio ist groß und schlank, und auch ein zweiter Blick auf den 14-Jährigen bestätigt das Bild eines stilbewussten, jungen Mannes. Beim Thema Kreativität erzählt der Wegberger Realschüler stolz von seinem Hausaufgabenheft: Aufkleber und Lieblingssprüche zieren das Cover. Thacio Strötgies mag es, ungeliebten Pflichten zumindest eine ansehnliche Hülle zu verleihen. Seine Antwort auf die Frage, ob er einen Traumberuf habe, verwundert da nicht mehr: Der Halb-Brasilianer möchte später Modedesign studieren.

"Ich bin nicht so der Handwerkstyp", sagt Thacio über sich. Nachdem er vor Monaten mit dem Kampfsport aufgehört habe, sei das kreative Arbeiten sein Hobby geworden. Auf der "Job-Info-Live" sind deswegen am Samstag das Modehaus "Peek & Cloppenburg" und der Event-Manager "MER Klang" seine ersten Anlaufstationen gewesen. Etwas schüchtern, aber dennoch gezielt sind seine Fragen nach der Ausbildungsdauer, wichtigen Fähigkeiten und der Höhe des späteren Gehalts. "Nach der Realschule mache ich Abitur", sagt Thacio. Dass sein Berufswunsch ein wenig außergewöhnlich ist, störe ihn nicht. Ihm sei es wichtig, einen kreativen Job zu haben, der ihn glücklich mache. Vielleicht könnte er das Glück auch in einem klassischen Beruf finden. Aber konventionelle Wege sind nichts für Thacio Strötgies. Sein Lieblingsspruch bestätigt das. Die drei Worte stechen aus der Collage in seinem Hausaufgabenheft heraus: "Normal wird überbewertet."

Robert Rödl (15), Hauptschule Am Grenzlandring

Robert Rödl auf der Job-Info-Live 2015. (RP-Foto: Jürgen Laaser)Lange hält sich der 15-Jährige vor dem Messestand der Wegberger Firma "Driescher" auf. Immerzu hat Robert Rödl eines der Ausstellungsstücke in der Hand und begutachtet es. Beobachtet genau, wie es sich dreht, zusammengebaut ist und welchen Nutzen es wohl hat. Eigentlich wollte der Hauptschüler Vertreter aus der Automobilbranche ausfragen. "Weil ich nach der Schule eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker machen möchte", sagt Robert. Seit seiner Kindheit träume er davon, die ganze Technik zu verstehen. Autos faszinieren ihn einfach, sagt er. "Bei einem Autohaus habe ich schon angefragt, ein erstes Praktikum absolviere ich bald in Erkelenz", sagt Robert Rödl.

Auf das Gymnasium wechseln wolle er nach dem Abschluss nicht. "Ich will sofort arbeiten", sagt der Wegberger Hauptschüler. Nicht schnell genug könne ihm die Ausbildung beginnen. Und auch ein anderes Ziel verfolgt er bereits: Sein Taschengeld spart Robert jeden Monat, um sich den Traum zu erfüllen, der schon nächstes Jahr möglich sein wird: Dann darf der heute 15-Jährige anfangen, seinen Führerschein zu machen, und muss nicht mehr nur als Beifahrer mitfahren, sondern kann endlich das Steuer selbst in die Hand nehmen.

Reges Schülerinteresse an der Zukunft der Medien

Wie werden Journalisten ausgebildet, welche Chancen gibt es in dem Beruf? Das wurde am Stand der RP nachgefragt.

Unter den gut 180 Ausstellern ganz unterschiedlicher Branchen war am Samstag auch die Rheinische Post bei der "Job-Info-Live" im Maximilian-Kolbe-Gymnasium vertreten. Redakteur Michael Heckers beantwortete Jungen und Mädchen ihre Fragen zur Medienbranche und diskutierte über künftige Berufschancen. Einige wollten wissen, welche Wege in den Journalismus führen. Tipps hatte Michael Heckers, der seine Redakteursausbildung 2003 bei der Rheinischen Post abschloss und auf mehr als zehn Jahre Berufserfahrung zurückgreifen konnte. "Kontakt zur Redaktion suchen und schreiben lernen, das ist wichtig", gab Heckers den Interessierten mit auf den Weg. "Ein abgeschlossenes Hochschulstudium ist für ein Volontariat von Vorteil." Dabei informierte er auch über die RP-Journalistenschule, die seit dem vergangenen Jahr anstelle eines klassischen Volontariats angeboten wird. 18 Monate lang durchlaufen die Volontäre alle Redaktionen des Hauses. Sie lernen die Arbeitsweise der Tageszeitungsredakteure kennen und schulen ihre journalistische Schreibe.

Auch diejenigen, die keine Fragen zum "Traumberuf Journalist" hatten, fanden den Weg zur mobilen Redaktion. Sie holten sich Informationsmaterial zu den unterschiedlichen Ausbildungsberufen, die die Rheinische Post in der Düsseldorfer Zentrale anbietet. "Die Ausbildung zum Mediengestalter für Online und Print interessiert viele Schüler", sagte Heckers. Die häufigsten Schülerfragen behandelten die Bereiche der späteren Berufschancen und die konkreten Aufgabenfelder eines Mediengestalters.

Von Jessica Balleer
Rheinische Post, 09.02.2015 (Seite C1)