MINT-EC-Schule

MINT-EC-Cluster Medizinphysik

Siemens Partnerschule

Cambridge-Zertifikate

Aktion Tagwerk
 

[ Berichte > Berichte für das Jahr 2018 > Bericht vom 16.05.2018 ]

Eine Weltperspektive entwickelt

Die ländliche Struktur ihrer deutschen Wahlheimat auf Zeit ist der jungen Austauschschülerin Zoey Knox durchaus vertraut. Zurzeit wohnt sie bei ihrer Gastfamilie in Wegberg-Tetelrath und besucht das Wegberger "Maximilian-Kolbe-Gymnasium".

RP-Foto: Nicole Peters

In den Vereinigten Staaten von Amerika lebt sie in einer noch ländlicher geprägten Gegend von Kalifornien direkt an der Küste. Während ihres seit September währenden Deutschlandaufenthaltes hat sie zudem sehr viele neue Eindrücke von Land und Leuten gesammelt. Während eines Treffens mit ihrem Paten innerhalb des "Parlamentarischen Patenschafts-Programms" (PPP), dem CDU-Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers, erzählte sie davon. "Als ich hier mit Deutsch sprechen angefangen habe, konnte ich nur sehr einfache Sätze bauen und wenig verstehen", erinnerte sich Zoey Knox.

Sie hatte in Amerika drei Jahre Deutsch gelernt und die Highschool nach der zwölften Klasse abgeschlossen. Als Stipendiatin des PPP besuchte sie gemeinsam mit Gastgeber-Tochter Lea-Marie Botz die elfte Jahrgangsstufe. Ihren Austausch hatte sie mit einem einmonatigen Sprachkurs in Würzburg gestartet - sich aber die meisten Deutschkenntnisse in der Schule und Familie angeeignet. Viele Unterschiede hat sie inzwischen zu ihrem Heimatland ausgemacht: etwa die drei Schulformen der weiterführenden Schulen anstatt nur einer Highschool. Eine gute Sache, um entsprechend den Leistungen der Schüler differenzieren zu können, fand sie. Und es gäbe mehr öffentliche Verkehrsmittel, beispielsweise zusätzlich zu den Schulsonderbussen. Zudem fand sie, dass es schwieriger ist, Freundschaften zu schließen. "In Deutschland meinen es die Menschen mit dem Begriff Freund sehr ernst", sagte sie, "in Amerika würde man sagen, dass beinahe alle Personen an der Schule Freunde sind."

Inwieweit unter Jugendlichen über Politik gesprochen wurde? "Viele fragen nach der amerikanischen Politik, da sie derzeit so verrückt ist." Gerne hätte sie noch mehr politische Diskussionen geführt, da sie interessant waren. Viele junge Deutsche seien gut über die amerikanische Politik informiert. Ein Thema war oftmals der Umgang mit Waffen - sie selbst war der Meinung, dass die entsprechende Gesetzgebung zur Sicherheit verbessert werden müsste. Ihr Interesse an Deutschland sei geweckt, antwortete sie auf Nachfrage ihres Paten, sie könne sich vorstellen, in Amerika ein Studium mit Umweltbezug zu beginnen und dieses in Deutschland fortzusetzen.

Dass sie gewonnenen Freundschaften aufrechterhalten möchte, entsprach der Erfahrung, die Wilfried Oellers in den Jahren als Pate seit 2013 gemacht hat. "Es ist ganz wichtig, die Beziehung zwischen beiden Staaten zu fördern", betonte er, "angesichts der aktuellen politischen Ereignisse ist es umso wichtiger, dass zwischen den Bürgern Kontakte hergestellt werden." Bei allen Schülern, die er betreute, hatte er festgestellt, dass sie die Kontakte pflegten und jeweils ihre Erfahrungen kommunizierten. "Dann haben wir mit dem Programm erreicht, was wir wollten und der finanzielle Aufwand hat sich gelohnt."

Sie habe inzwischen eine Weltperspektive und nicht mehr eine rein amerikanische, fasste Zoey Knox ihre Einstellung zusammen. In Kürze wird sie in Begleitung weiterer Austauschschüler in den Bundestag kommen. Wilfried Oellers schenkte ihr vorab zur Lektüre das Buch "Innenansichten unseres Parlaments".

Von Nicole Peters
Rheinische Post, 16.05.2018 (Seite C3)