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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2026 > Bericht vom 26.03.2026 ]

"Blue" begeistert die Klassen 5 und 6 - Greifvogelbesuch im Biologieunterricht

Einen besonderen Biologieunterricht erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 unseres Gymnasiums. Frau Gießbach, Biologielehrerin am MKG Wegberg, die zugleich in ihrer Freizeit Falknerin ist, brachte ihre beeindruckende Greifvogeldame Blue, einen Blaubussard, im Februar und März mit in die Klassen- und Fachräume der 5a, 5b, 5c, 5d, 6a, 6b, und 6c, um das Thema Angepasstheit von Vögeln an ihren Lebensraum Luft lebendig werden zu lassen. Der Blaubussard ist der größte Bussard der Welt und kommt in Südamerika vor. Wegen ihrer Größe werden Blaubussarde auch als Kordillerenadler oder Andenadler bezeichnet. Morphologisch und verhaltensbezogen unterscheiden sie sich jedoch stark von einem Adler.

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Der erste Schritt ins Klassenzimmer

Zu Beginn trug Blue eine speziell für sie angefertigte Lederhaube auf ihrem Kopf, an die sie während ihrer Ausbildung gewöhnt wurde, damit sie nicht von den vielen immer wieder unbekannten Gesichtern überwältigt wurde. Ruhig stehend auf der Faust von Frau Gießbach, konnte sie sich zunächst akustisch an die neue Umgebung gewöhnen.

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Die Kinder stellten ihre ersten Fragen, während Frau Gießbach verschiedene Situationen anschaulich in Bildern und einem Video von Blue dargestellte, um Informationen rund um die Flugweise von Vögeln, das Brutverhalten, die Unterbringung von Greifvögeln etc. zu vermitteln, da diese nicht live vor Ort präsentiert werden konnten. Bevor die Haube abgenommen wurde, ging die Lehrerin mit ihrer Blue zwischen die Tischreihen, sodass die Schülerinnen und Schüler sie auf Augenhöhe erleben und aus nächster Nähe betrachten und beobachten konnten. Dabei sind das Betrachten und Beobachten zwei wichtige Erkenntnisgewinnungsmethoden im Fach Biologie.

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Haube ab - Augen auf - Biologiebrille an

Als die Haube abgenommen wurde, zeigte Blue ihren wachen, fast starren Blick, der jede Bewegung im Raum registrierte. Die Kinder beobachteten lautlos fasziniert, wie sie ihren Kopf um fast 270 Grad drehte, um alles genau im Blick zu behalten. Besonders auffällig waren die gelben, großen Fänge mit vier kräftigen Zehen und Klauen sowie der große Hakenschnabel. Greifvögel sind reine Fleischfresser: Bussarde und Adler greifen und töten ihre Beute mit ihren starken Klauen, während der Schnabel nur zur Zerkleinerung der Beute und Nahrungsaufnahme dient. Falken hingegen sind Bisstöter, sie töten ihre Beute mit einem kräftigen Biss ins Genick.

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Am Ende erhielt Blue als Belohnung eine Portion Taubenfleisch, die sie geschickt mit den Klauen griff und festhielt, um sie mit ihrem starken großen Schnabel stückweise aufzunehmen und abzuschlucken. Währenddessen durften die Schülerinnen und Schüler weiter ihre zahlreichen, interessanten und tiefgreifenden Fragen stellen. Es wurden Spannweite, Gewicht, Alter, Lebensraum und viele weitere Besonderheiten von Greifvögeln, insbesondere Blaubussarden, thematisiert. Außerdem ließ Frau Gießbach viele verschiedene Federn zur Anschauung herumgehen - Schwungfedern, Stoßfedern, Deckfedern und Daunenfedern –, um gemeinsam von ihrer Struktur auf die Funktion beim Fliegen zu schließen. Zusätzlich konnten die Kinder Falkner-Utensilien wie Falknertasche, Geschühriemen, Geschühmanschetten und Langfessel inspizieren und sogar einen Falknerhandschuh selbst einmal anziehen.

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Der Besuch machte eindrucksvoll deutlich, wie eng Körperbau, Sinnesleistungen und Lebensweise bei (Greif-)Vögeln miteinander verbunden sind. Für die Klassen 5 und 6 war dieser lebendige Biologieunterricht mit Blue ein unvergessliches Erlebnis - ein anschauliches Beispiel dafür, wie perfekt (Greif-)Vögel an den Lebensraum Luft angepasst sind.

Von Katja Gießbach