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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2009 > Bericht vom 24.03.2009 ]

Sponsorwanderung 2009

Am 18. Juni 2009 findet am MKG-Wegberg zum siebten Mal die Sponsorwanderung statt. Wie bereits bei den Wanderungen in den Vorjahren sollen auch dieses Jahr wieder drei Projekte zur Wahl stehen, von denen sich jeder Schüler individuell eines aussuchen kann, für das er sich engagieren möchte. Noch vor den Osterferien sollen von den fünf Projektvorauswahlen drei ausgesucht werden, die letzendlich bei der Wanderung zur Wahl stehen. Hierzu werden in den einzelnen Klassen und Kursen Abstimmungszettel verteilt, so dass sich ein allgemeines Bild ergibt, welche Projekte von den Schülern als besonders engagierenswert angesehen werden. Neben den drei ausgewählten Projekten wird bei der Wanderung wieder ein viertes Projekt die Unterstützung von Schülern der eigenen Schule sein.

1. "Vandane"-Kinderheim in Kowtal (Südindien)

Das Vandane-Projekt unterstützt ein Kinderheim mit integriertem Schulzentrum und kleiner Krankenstation in Kowtal (Südindien) in einer der ärmsten Gegenden Indiens. Dort leben die Menschen der untersten Gesellschaftsschicht unter mittelalterlichen Bedingungen: Ohne Elektrizität, ohne Wasserversorgung und in äußerster Armut verdienen sie als Landarbeiter und Tagelöhner unter schwierigsten Bedingungen ihren Lebensunterhalt. Viele Menschen sind auf Grund harter Arbeitsbedingungen, mangelnder Hygiene und ungesunder Ernährung krank. Die meisten Menschen dort können weder lesen noch schreiben. Die Kinder, die jetzt im "Vandane"-Kinderheim zur Schule gehen, sind die erste Generation in dieser Region, die eine Schulbildung erhält.

Das Projekt macht sich zur Aufgabe, die Kinder aus ihrer schwierigen Lebenssituation herauszuholen und ihnen die Chance auf eine bessere Zukunft zu geben. Die Kinder bekommen ausreichend Nahrung, Kleidung, medizinische Versorgung und vor allem Schulbildung.

Das Projekt wurde 1997 in privater Initiative gegründet; der Kontakt nach Kowtal kam durch Mona Kriegler zustande, die Tochter eines ehemaligen Lehrers unserer Schule, Klaus Kriegler. Familie Kriegler aus Beeck führt das Projekt alleinverantwortlich. Jeder gespendete Euro kommt dort an, keinerlei Verwaltungskosten fallen an.

Neben der Schulausbildung wurden bereits größere Projekte realisiert: Ein Speisesaal mit angeschlossener Küche, Trinkwasserbrunnen, Wasch- und Toilettenanlagen wurden gebaut, und Medikamente, Decken und Geschirr sowie Unterrichtsmaterialien und einige Computer konnten angeschafft werden.

Auch nach dem Schulabschluss werden die Jugendlichen nicht allein gelassen. Da es von Seiten der indischen Regierung kaum Unterstützung gibt, ist das Projekt auch auf Spenden für eine Berufsausbildung der Schulabgänger angewiesen. "Vandane" heißt übrigens: "Danke"!

2. Bau einer Krankenstation in Burundi

Burundi ist ein für afrikanische Verhältnisse dicht bevölkerter Staat in Ostafrika und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Es ist ein Agrarland und eine Infrastruktur nicht einmal in Ansätzen vorhanden. Es gibt weder Industrie noch wirtschaftliche Unternehmen. 2/3 der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Hunger, Aids und armutsbedingte Krankheiten sind dort weit verbreitet.

Abbé George Rukundo stammt aus Burundi und ist von dort nach seiner Inhaftierung und Befreiung nach Deutschland gekommen, wo er in Wegberg als Priester tätig war.

Nach dem Bürgerkrieg kehrt Abbé George im Jahr 2007 nach Burundi zurück und findet katastrophale Verhältnisse vor. So entstand bei ihm die Idee, eine Krankenstation in Magara, wo ca. 57.000 Menschen leben, aufzubauen, um die medizinische Situation zu verbessern und die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen.

Zwar gilt in Burundi seit kurzem die kostenlose medizinische Behandlung für Kleinkinder und schwangere Frauen, aber die Regierung stellt bislang keine Mittel dafür zur Verfügung. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht und so müssen die Kranken die 25 km zur nächsten Krankenstation zu Fuß zurücklegen. Schwangere müssen ihre Kinder ohne medizinische Hilfe zur Welt bringen.

Es wird erschreckend klar, warum dort eines von fünf Kindern stirbt, bevor es 5 Jahre alt wird. Die meisten von ihnen sterben an vermeidbaren und einfach zu behandelnden Krankheiten, wie Durchfall.

Abbé Georges Engagement gehört den Menschen vor Ort, für deren medizinische Versorgung die Grundlagen völlig neu geschaffen werden müssen.

3. Projekt gegen Mangelernährung und Aids für Kinder in Simbabwe

In Simbabwe hungert mehr als die Hälfte der Menschen, fast ein Drittel ist Aids-infiziert, auch sehr viele Kinder.

Sie können die katastrophale politische und wirtschaftliche Situation, die der Diktator Mugabe verursacht hat, nicht verändern. Dabei war Simbabwe früher die Kornkammer Afrikas, und es gab viele sehr gesunde und nahrhafte Heilpflanzen, z. B. den Moringabaum. All das wurde durch die Plantagenwirtschaft der Europäer in den letzten 100 Jahren fast ganz verdrängt und vergessen.

Im Norden von Simbabwe kümmert sich die einheimische Organisation "Environment Africa" in den Dörfern um das Überleben dieser unterernährten Kinder und Jugendlichen.

Es werden zusammen Gemüsegärten angelegt und Moringabäume gepflanzt. Die Blätter und Früchte dieses schnell wachsenden Baumes sind essbar und haben äußerst viele Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß usw. So bekommen diese Kinder mehr Abwehrkräfte und die Familien können sich auf Zukunft hin selbst gesund ernähren.

Dies ist Hilfe zur Selbsthilfe und wir können sie dabei mit der Kinderhilfsorganisation terre des hommes finanziell unterstützen.

4. Heim für ehemalige Kindersoldaten und Waisen in Ruanda

China Keitetsi wurde im Alter von acht Jahren in einem Rekrutierungslager der Widerstandsarmee ihres Landes zu einer Kindersoldatin gemacht. Nach vielen Jahren im Krieg und ihrer Flucht aus der Armee lebt sie heute in Dänemark und gründete im Jahre 2004 den Verein "Hilfe für ehemalige Kindersoldaten und afrikanische Kriegsopfer e. V.". Der Verein unterstützt ehemalige Kindersoldaten, die durch den Krieg nicht nur ihrer Eltern, sondern auch ihrer Kindheit beraubt wurden. Durch gezielte psychologische Betreuung, humanitäre Versorgung und die Vermittlung von Bildung soll den Kindern bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Vergangenheit geholfen werden und eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft erleichtert werden.

Das Kinderheim liegt in Byumba, ca. 50 km nördlich von Kigali (Ruanda) und bietet 15 Kindern im Alter zwischen 8 und 18 Jahren ein Zuhause. Derzeit besteht die Anlage aus 4 Schlafzimmern, einem Wohnzimmer, einer Küche, einem Lager, zwei Badezimmern, einem Büro, einer Werkstatt sowie einem Garten zur Selbstversorgung. Die Kinder werden durch einen Sozialarbeiter betreut, der ehrenamtlich arbeitet.

Der Bau des Heims begann in Oktober 2007. Die Kosten für den Bau und die Ausstattung liegen bei ca. 110.000 €, die monatlichen Energiekosten werden ca. 2500 € betragen. Das Heim ist so angelegt, dass es innerhalb der nächsten Jahre erweitert werden kann, um mehr Kinder aufzunehmen. Neben Missio München (internationales katholisches Hilfswerk) wird der Verein auch vom Erzbischof von Ruanda unterstützt.

5. Kinderheim Shishu Mandir in Bangalore, Indien

Shishu Mandir heißt übersetzt "Tempel für Kinder" und wurde 1983 vom deutsch-indischen Ärztepaar Mundhra als Kinderheim gegründet. Im Heim und angeschlossener Schule sowie Ausbildungszentrum leben etwa 150 Kinder. Es ist eine private Hilfsorganisation für Kinder aus Notstandsgebieten in Bangalore, Südindien. Die Kinder dieses Projektes entstammen alle den ärmsten Schichten der Bevölkerung. Kein Kind erhielt in seiner Familie jemals mehr als eine Mahlzeit pro Tag. Ohne dieses Projekt hätten die Kinder keine Aussicht gehabt, dem Kreislauf von Armut und Analphabetentum zu entrinnen, wenn sie nicht von außen Hilfe bekommen hätten.Das Hauptziel des Projektes ist es, Kindern eine gute Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen, mit der die Kinder ein ausreichendes Einkommen für sich und ihre Eltern erarbeiten könnten. Die Bemühungen richten sich in erster Linie auf Mädchen, die in der indischen Gesellschaft immer noch sehr benachteiligt werden, besonders in den Kreisen der Armen.