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> Bericht vom 14.07.2010 ]
Der lange Weg zum Zeugnis Heute, am letzten Schultag vor den Sommerferien, werden die Zeugnisse verteilt. Nicht unbedingt zur Freude aller Schüler. Zu deren Trost: Die Erstellung der Zeugnisse hat den Lehrern auch nicht unbedingt Freude gemacht - die war nämlich sehr arbeitsintensiv. Willy Meersmann, Leiter des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums, gewährte der RP einmal konkrete Einblicke in den Herstellungsprozess. 
Los geht es etwa vier Wochen vorher. Dann tragen die 30 Klassenlehrer der Sekundarstufe I die sogenannten Kopfnoten in Listen ein. Das sind drei Noten: für Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit/Sorgfalt und Sozialverhalten. Hierfür gibt's nur vier Noten: sehr gut, gut, befriedigend, unbefriedigend. Listen im Lehrerzimmer ausgelegt Die Listen werden dann im Lehrerzimmer ausgelegt. "Die rund zehn Fachlehrer, die eine Klasse unterrichten, schauen dann darüber, machen hinter den jeweiligen Noten ein Häkchen oder empfehlen eine andere Note", erläutert Meersmann. Entschieden wird hier nach dem Mehrheitsprinzip: "Wenn sieben der betreffenden Lehrer für eine andere Note votieren, wird diese genommen." Zwei Wochen später werden wiederum im Lehrerzimmer die Zeugnislisten ausgelegt. Da trägt jeder Lehrer seine Fachnoten ein. Brigitte Meister, Stufenleiterin der 5. und 6. Klasse, und Thomas Schmidt (7. bis 10. Klasse) nehmen die ausgefüllten Listen mit nach Hause, werten diese aus und bereiten die Versetzungskonferenz vor. Die dauert dann einen ganzen Tag. Das Lehrerzimmer wird dabei zum Wartesaal umfunktioniert, in einem anderen Raum kommen klassenweise die Lehrer zusammen. "Pro Klasse ist dafür rund eine Viertelstunde angesetzt", sagt Meersmann. Was den Direktor dabei ein wenig ärgert: "Da wird zwangsläufig immer nur über Problemfälle diskutiert. Viel lieber würde ich über die guten Schüler reden." Ergebnis dieser Konferenz sind auf alle Fälle die Listen mit den nicht versetzten Schülern - und mit denjenigen, die zum Ende der Ferien in die Nachprüfung müssen. Danach schlägt die Stunde von Adolf Zimmermann. Der Mathe- und Physiklehrer der Schule hat vor gut fünf Jahren ein eigenes Zeugnisprogramm entwickelt. "Das ist so gut, dass es auch schon in anderen Gymnasien zum Einsatz kommt. Wir finden, dass es besser ist als das landesweit verwendete Schildprogramm", sagt Meersmann - und schiebt schmunzelnd nach: "Auch wenn Michael Auth da anderer Meinung ist". Mit dem Direktor des Erkelenzer Cornelius-Burgh-Gymnasiums (dort hat Meersmann früher selbst unterrichtet) ist der Wegberger gut befreundet. Alle Zeugnisse unterschreibt Meersmann eigenhändig. "Dafür verwende ich keinen Stempel wie so mancher Kollege." Insgesamt rund 10.000 Noten stehen heute in den Zeugnissen des Wegberger Gymnasiums. Meersmann: "Die Schüler, die nicht versetzt werden, haben ihr Zeugnis aber bereits nach Hause geschickt bekommen." Zeugnis-Sorgentelefon Bis einschließlich Freitag bietet die Bezirksregierung Köln in der Zeit von 9 bis 15 Uhr ein Zeugnis-Sorgentelefon an. Mitarbeiter der Schulabteilung stehen in dieser Zeit für Gespräche mit Eltern und Schülern zur Verfügung. Kontakt-Tel.: 0221-1472000. Von Mario Emonds Rheinische Post, 14.07.2010 (Seite C1)
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