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Thank you for travelling ... zur zweiten Runde von "Chemie - die stimmt"

Am Mittwoch, dem 26.03.2019, war es endlich soweit: Die zweite Runde des Wettbewerbs "Chemie - die stimmt" in Münster stand an.

Der Wettbewerb wird in vier Runden unter dem Motto "Begeisterung wecken, Begabung fördern" ausgetragen. Die erste Runde fand schon im November 2018 statt. Dort musste ich in Heimarbeit bestimmte Aufgaben bearbeiten und sie bis zum 30. November 2018 meiner Chemielehrerin, Frau Rüth, geben, die diese dann selbst korrigieren musste. Für ihr Engagement möchte ich ihr an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich danken.

Nur wenn mehr als 50% der Punkte erreicht wurden, sollten die Unterlagen eingeschickt werden.

Um ehrlich zu sein, hatte ich mir meine Chancen relativ gering ausgerechnet, denn nur etwa ein Fünftel der Teilnehmer kommt in die zweite Runde, also die 30 Besten der jeweiligen Jahrgangsstufe und des jeweiligen Bundeslandes. Umso überraschter war ich, als meine Chemielehrerin mir meine Einladung zur zweiten Runde nach Münster überreichte.

Vor etwas mehr als einem Monat fing ich an, immer mal wieder, wenn gerade Zeit war, die eine oder andere von den Aufgaben der letzten Jahre zur Übung zu machen.

So stieg meine Vorfreude immer mehr, doch am letzten Mittwochmorgen lief dann leider nicht alles so glatt, wie man sich das wünscht, und zwar, wer hätte das gedacht, aufgrund der Deutschen Bahn. Ich war pünktlich in meinem ersten Zug, als ich in der App sah, dass mein ICE schon 20 Minuten Verspätung hat. Mit dieser Verspätung würde es sehr knapp werden, vom Münsteraner Hauptbahnhof zur Universität zu kommen, daher schrieb ich den Organisatoren ein paar Mails, die dann zum Glück auch direkt beantwortet wurden. Man teilte mir mit, dass ich trotz Verspätung an der Klausur würde teilnehmen können.

Im ICE traf ich dann noch, wie der Zufall es wollte, drei Mädchen, die ebenfalls zur zweiten Runde fuhren, und ihre Lehrerin. Diese gab uns 15 Euro für ein Taxi, sodass wir so schnell wie möglich zum Hörsaalgebäude kämen. Mit etwa 20 Minuten Verspätung kamen wir dann in den akustisch bestens ausgestatteten Hörsaal, weshalb man gefühlt jeden einzelnen unserer Schritte wie einen Glockenschlag hörte, und wir konnten mit der Bearbeitung der dreistündigen Klausur beginnen. Man merkte zwar, dass diese Klausur ein anderes Niveau als unsere Schul-Klausuren hat, aber zu meinem Erstaunen waren die meisten Aufgaben gut lösbar und selbst wenn man für eine Aufgabe länger brauchte, hatte man genügend Zeit.

Nach der Klausur kam dann der schöne Teil des Tages. Nach einem leckeren Essen in der Uni-Mensa gab es für uns Teilnehmer eine Experimentalvorlesung, die den gesamten Saal zum Staunen gebracht hat. Wir machten eine "Reise durch die organische Chemie", wie der dozierende Professor es nannte, und bekamen im Zuge dessen Explosionen, brennende Tische und anderes zu sehen. Das war wirklich spannend und ich denke immer wieder daran zurück.

Als einen letzten Programmpunkt des Tages in Münster gab es direkt die Siegerehrung, da die Klausuren parallel zu unserem Programm korrigiert wurden. Die jeweils sechs Besten der Jahrgangsstufen 9 und 10 bekamen einen Preis und eine Einladung zur dreitägigen nächsten Runde in Darmstadt.

An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an die Siegerinnen und Sieger!

Ich verbrachte in Münster einen sehr gelungenen und erfolgreichen Tag, auch wenn es zunächst einige Komplikationen gab. Man hat in diesem Wettbewerb einmal mehr gemerkt, dass es nicht ums Siegen, sondern ums Dabeisein geht, da die Klausur nicht im Fokus stand. Im Fokus standen für mich die wirklich sehr beeindruckende Vorlesung in der Uni und die Begegnungen mit Leuten, die Chemie genauso toll finden wie ich. Man hat ja vielleicht schon mal den Eindruck, wir Chemiker seien eine aussterbende Art, aber hier in Münster konnte man sehen, dass es bundesweit mindestens 800 von unserer Sorte gibt.

Von Elisabeth Brenner (Jgst. EF)