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Dritter Bauabschnitt der Sanierung - Fachräume des Gymnasiums saniert

Nach den Sommerferien werden die Schülerinnen und Schüler des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums bei ihrer Rückkehr neue Fachräume für Kunst, Musik, Physik und Chemie vorfinden. Der dritte Bauabschnitt der Sanierung steht kurz vor der Fertigstellung. Der Plan, schon zu Ostern die Arbeiten vollenden zu können, verzögerte sich aus mehreren Gründen.


Der Klassentrakt des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums (rote Fassade) wurde
bereits in den vergangenen Jahren saniert. Im hinteren Bereich sind die
Fachräume zu erkennen. (RP-Foto: Uwe Heldens)

Das Besondere an der Baustelle erläuterte Technischer Beigeordneter Frank Thies: "Es war die einzige in Wegberg, bei der es wegen Corona in einem Gewerk zu Verzögerungen kam." Eine kleine Firma sei aufgrund von Quarantänemaßnahmen nicht in der Lage gewesen, genügend Personal ins Gymnasium zu schicken. "Es hängt ja bei solchen Arbeiten alles eng zusammen. Also kamen die Folgegewerke in die Bredouille", so der Baudezernent weiter. Die Stadt habe die Bauarbeiten eng begleitet. Einige Spezialmöbel wie Labortische konnten wegen der großen Nachfrage erst später geliefert werden, einige Teile werden nach den Ferien noch nachgeliefert.

Mit der Sanierung der naturwissenschaftlichen Fachräume war bereits im Vorjahr begonnen worden. Anfang 2019 hatten sich bei einem Ortstermin im Gymnasium die Mitglieder der CDU, SPD, FDP, AfW und Die Linke in Begleitung der Schulleitung und von Mitarbeitern der Stadtverwaltung vom mangelhaften baulichen Zustand und unzureichenden Standard der Ausstattung der Fachraumklassen ein Bild gemacht. Dabei wurde auch über Sparpotenzial nachgedacht. Das Ergebnis laut Thies: "Es bestand auf jeden Fall Handlungsbedarf." So gab der Stadtrat in einer Sondersitzung 2,92 Millionen Euro im Haushalt für die Sanierung frei. Jetzt liegen die Kosten bei 3,6 Millionen. "Es zeichnet sich ab, dass wir in der Größenordnung liegen", sagte Frank Thies.


Die naturwissenschaftlichen Fachräume waren sanierungsbedürftig. Jetzt
sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Für optische Experimente in
Physik wurde auch die Beschattung verbessert. (Foto: Barbara Rüth)

Nach der Endreinigung des gesamten Traktes könne man sagen: "Jetzt ist es wirklich fertig. Die Fachräume können nach den Sommerferien genutzt werden, die Lehrerinnen und Lehrer können die Sammlungen einräumen und die Fachräume mit Leben füllen." Für optische Experimente in Physik wurde auch die Beschattung verbessert. So ganz fertig ist die Baustelle Gymnasium damit nicht. Weiter geht es mit Digitalisierung und WLAN, kündigte der Baudezernent an. "Es gibt immer noch was zu tun."

Als nächstes plant die Stadt die Errichtung einer überdachten Fahrradabstellanlage, beleuchtet und befestigt, mit Fördergeldern und geringem Eigenanteil. Die Anlage soll entlang der auch jetzt zum Abstellen von Rädern genutzten Längsseite der Dreifach-Sporthalle entstehen und insgesamt überdachte Stellmöglichkeiten für rund 300 Räder bieten. Zusätzlich kann eine kleinere Fläche noch dem "freien" Abstellen an Bügeln dienen. Frank Thies erläutert die Vorteile der geplanten Stahlkonstruktion: "Durch die kombinierte Maßnahme aus Umnutzung von Fahrradabstellräumen im Gymnasium zu Aktenlagerräumen in Verbindung mit der Errichtung einer Fahrradabstellanlage im Außenbereich des Schul- und Sportzentrums werden Synergien und positive Effekte erzielt. Die nötigen zusätzlichen Flächen zur Archivierung und Aktenlagerung für die Verwaltung werden außerhalb des Rathauses an einer zentralen Stelle angeordnet.

Auch das derzeit im Untergeschoss des Grenzlandringbades befindliche Schriftgut kann dort untergebracht werden. Die Zugangssituation zu den Räumlichkeiten ist optimal, die Kosten zur Herrichtung der Räume sind vergleichsweise gering." Für die Schüler des Gymnasiums, Nutzer der Dreifach-Halle und des Grenzlandringbades und für das Schul- und Sportzentrum allgemein spielt auch die Vermeidung von Hol- und Bringverkehr mit dem PKW eine Rolle, denn die Benutzung des Fahrrades werde durch eine sichere Unterstellmöglichkeit attraktiviert und gefördert. Insofern diene die Maßnahme auch der CO²-Vermeidung und den allgemeinen Klimaschutzzielen. Der Förderbescheid über 219.637 Euro liegt bereits vor - für 75 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben von 292.850 Euro.

Schließlich soll auch das Nahwärmenetz, dessen Abschnitte zu unterschiedlichen Zeiten gebaut worden sind, auf den neuen Stand gebracht werden. Die Rohre zu den Schulen und Sporthallen, ausgehend von der Heizzentrale am Hallenbad, insgesamt eine Trasse von 960 Metern, sind mehr als 30, teilweise 40 bis 50 Jahre alt und haben ihre rechnerische Nutzungsdauer überschritten. "Wir haben Energieanalysen über Photovoltaik und Wärmeanlagen ausarbeiten lassen", berichtet der Technische Beigeordnete. "Unser Ziel ist eine attraktive Schule, die bei den Nebenkosten in erträglichem Rahmen bleibt."

Informationen

Start der Bauabschnitte vor elf Jahren. Die Stadt Wegberg hat im Jahr 2009 mit der Gesamtsanierung des Mitte der 1970er Jahre gebauten Maximilian-Kolbe-Gymnasiums begonnen. Das Sanierungskonzept sieht vier Bauabschnitte vor, von denen der dritte jetzt in Arbeit ist. Bisher wurden unter anderem mehrere WC-Anlagen und der Klassentrakt sowie Verwaltungs-, Fach-, Klassenräume und Treppenhäuser erneuert, Brandschutzmaßnahmen und die energetische Sanierung des Eingangsbereichs vorgenommen. An der Dreifach-Sporthalle will die Stadt eine überdachte und beleuchtete Fahrradabstell-Anlage für bis zu 300 Räder bauen.

Von Gabi Laue
Rheinische Post, 15.07.2020