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Lernferien NRW in Jülich

In den Osterferien 2026 war es wieder soweit: Die Lernferien NRW, die seit 2008 regelmäßig stattfinden, kamen wieder nach Jülich-Barmen, wo in Zusammenarbeit mit dem Science College Overbach verschiedene Camps veranstaltet wurden.

Die Lernferien sind ein von dem Ministerium für Schule und Bildung NRW gestiftetes Ferienprogramm, bei dem praxisorientiertes Lernen mit einem abwechslungsreichen Freizeitprogramm kombiniert wird. Jedes Jahr gibt es in den Oster- und Herbstferien jeweils circa 20 fünftägige Camps an verschiedenen Standorten, die dabei helfen, Stärken zu entwickeln, neue Interessen zu entdecken und Talente zu fördern. Die Anmeldung dafür erfolgt online, für jedes Camp darf ein*e interessierte*r Schüler*in pro Schule angemeldet werden, insgesamt gibt es bis zu 20 verfügbare Plätze pro Camp.

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Ich hatte die Möglichkeit, an dem Camp "Make it smart - Programmieren & Technik" in Jülich teilzunehmen. Das Camp begann am 07.04.2026 und endete am 11.04.2026.

Am ersten Tag erfolgte die Anreise im Laufe des Morgens. Bis zur Begrüßungsveranstaltung um 10:30 Uhr konnten sich die schon angekommenen Teilnehmer*innen durch Spiele wie "Uno" kennenlernen. Bei der offiziellen Begrüßung wurde das Format der Lernferien für alle, die noch nie dabei waren, erklärt und in die Themen der Camps eingeführt, von denen dieses Mal zwei gleichzeitig stattfanden: das Technik-Camp für die Oberstufe und ein Biologie-Camp für die Mittelstufe.

Nach dem Mittagessen ging es auch schon direkt los: Die Workshop-Phasen begannen. In den folgenden Tagen tüftelten wir täglich stundenlang an unserem Kursinhalt. Die Teilnehmer*innen und die beiden Dozenten meines Camps waren im Physikraum des Science College untergebracht, dort erfolgte die Einweisung in die Projekte und die Materialien. Da das Hauptprojekt der Woche war, eine eigene funktionsfähige Wetterstation zu bauen, arbeiteten wir viel mit dem Lötkolben. Um das Löten vor diesem Projekt noch einmal zu üben, fingen wir erst einmal mit einem kleineren Projekt an: Namensschilder. Dazu löteten wir zuerst einen Mikro-Controller und sonstige notwendige Bauteile wie einen Widerstand und einen Kondensator auf unserer Platine fest. Damit das Ergebnis dieser Arbeit ein schickes Namenschild wurde, durften wir uns selbst aussuchen, was genau auf unserer Plexiglasscheibe stehen würde. Dieser Text wurde dann mithilfe eines CO2-Lasers auf der Scheibe eingraviert. Der Mikro-Controller war nicht umsonst Teil unserer Lötarbeit: Unter das Plexiglas löteten wir nämlich einen LED-Streifen, der den Schriftzug auf der Scheibe durch das Programmieren am Computer in einer erwünschten Farbe erleuchten lassen kann. Nachdem wir um die Scheibe herum Holzplatten angelötet hatten, war das erste Projekt auch schon fertiggestellt und bereit zum Mit-Nach-Hause-Nehmen.

Aber das war nur das "Training". Der Aufbau der Wetterstation war weitaus komplizierter und frustrierender. Zusätzlich zu einer gefüllten Platine mussten wir verschiedene Sensoren, einen Taster und einen Bildschirm zusammenbauen und löten. Bei dem Aufbau des Gehäuses war ebenfalls technisches Geschick erforderlich, wobei ich zwischenzeitlich meine eigene Feinmotorik etwas anzweifelte. Doch auch dieses Projekt war, zumindest der technische Teil, irgendwann fertiggestellt.

In der letzten Workshopphase war das Programmieren mit der Programmiersprache C++ angesagt. Dabei mussten wir alle noch ein wenig zittern. Denn erst wenn der Code fertig programmiert und mit der Wetterstation verbunden war, sollte sich zeigen, ob empfindliche Teile des Sensors durch die Hitze des Lötkolbens eventuell beschädigt worden waren oder nicht. Wir hatten aber alle Glück: Am Ende der Woche waren wir stolze Besitzer einer eigenen Wetterstation, die die Temperatur, den Luftdruck, die Luftfeuchtigkeit, die Luftqualität und die Höhe über dem Meeresspiegel anzeigen kann.

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Zusätzlich zu Technik und Informatik arbeiteten wir noch an einem anderen besonderen Projekt: Ein Dozent, der am Science College für Kamera und Medientechnik verantwortlich ist, teilte uns in Kleingruppen auf, in denen wir einen Mini-Film auf die Beine stellten, der den Verlauf der Woche dokumentierte. Dazu bekamen wir eine Einführung in Kamera- und Schnitttechnik. Nach dem Verfassen eines Skriptes ging es auch schon los mit dem Filmen. Bei der Abschlussveranstaltung durften wir die fertigen Projekte bestaunen, wobei sich herausstellte, dass alle Gruppen beider Camps verschiedene humorvolle Ideen hatten, mit denen sie erfolgreich eine schöne Erinnerung an die Lernferien schufen.

In der Woche kam auch die Freizeit nicht zu kurz: Jeden Abend fanden verschiedene Veranstaltungen wie ein Astronomie-Abend, eine Nachtwanderung und ein Karaoke-Abend statt. Auch mittags zwischen den Workshops kamen Teilnehmer*innen und Dozent*innen zusammen, um gemeinsam Spiele zu spielen oder sich sportlich zu betätigen.

Bei der Abschlussveranstaltung, die allzu bald vor der Tür stand, sahen wir uns nicht nur die fertigen Kurzfilme an, wir bekamen auch unsere Zertifikate verliehen und uns wurden ein paar der kommenden Schülerveranstaltungen am Science College vorgestellt, von denen es jährlich zahlreiche gibt.

Rückblickend auf die Woche bin ich sehr froh, mich für das Camp entschieden zu haben, da es nicht nur fachlich eine Bereicherung war, sondern auch Gelegenheit schuf, neue Freundschaften mit ähnlich interessierten Gleichaltrigen zu schließen. Die Lernferien 2026 werden noch lange positiv in meiner Erinnerung bleiben.

Von Mareike Brenner (Jgst. Q1)