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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2012 > Bericht vom 11.09.2012 ]

Lernen mal ganz anders! - Juniorakademien NRW 2012

In den Sommerferien 2012 bot sich für uns, Eva Imkamp und Kristina Döring der jetzigen Stufe 10 des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums Wegberg, die Möglichkeit mit Gleichaltrigen einen vertieften Einblick in ein selbstgewähltes Themengebiet zu bekommen. Zum letzten Halbjahreszeugnis wurden wir aufgrund guter schulischer und außerschulischer Leistungen von unseren Lehrern dazu angeregt, uns bei Interesse für die Juniorakademie NRW zu bewerben. Bei den Deutschen Juniorakademien geht es vor allem darum, in einer entspannten Atmosphäre mit anderen engagierten Schülern der Klassen acht und neun gemeinsam und voneinander zu lernen.

Von Natur-, über Gesellschaftswissenschaft bis hin zu englischsprachigen Kursen reichte das Angebot. Dabei handelte es sich immer um Themen, die nicht auf dem regulären Lehrplan stehen. Genau aus diesem Grund weckte die Akademie unser Interesse, woraufhin wir uns bewarben und glücklicherweise angenommen wurden.

Besonders aufregend war für uns der Ankunftstag, an dem wir auf die zuvor in Internetforen kontaktierten anderen Teilnehmer trafen, unsere Kursleiter zugeteilt bekamen und die erste Nacht in unserem Akademieort verbrachten. Mehr oder weniger ausgeschlafen startete am Morgen der Akademietagesablauf, der uns die kommenden zehn Tage begleiten sollte: 06:30 Uhr Frühsport, natürlich nur für Freiwillige. Ab 7:30 Uhr gab es für alle Teilnehmer Frühstück, woraufhin wir uns um 8:30 für ein Plenum sammelten, in dem Tagespläne und neueste Informationen zu bevorstehenden Ausflügen und angebotenen KüAs (Kursübergreifende Angebote) mitgeteilt wurden. Um 9:00 Uhr ging es dann endlich für vier Stunden in unsere Kurse. Anschließend war um 13:00 Uhr das Mittagessen angesetzt. Nach einer kurzen Mittagspause hatten wir die Wahl am Chor- oder Sportprogramm teilzunehmen. Daraufhin arbeiteten wir erneut für zweieinhalb Stunden im Kursprogramm weiter.

Auf das Abendessen folgten zwei KüA-Schienen. Es wurde besonders Wert darauf gelegt, dass wir selber Kurse anboten und unsere Freunde an unseren außergewöhnlichen und spannenden Freizeitaktivitäten teilhaben ließen. So kam es zu Tanz-, Sport-, Sprachen- und musikalischen Angeboten oder auch äußerst speziellen KüAs, wie zum Beispiel Imkerei oder einen Flechtfrisurenkurs.

Ich, Eva Imkamp, habe mich zweimal dazu bereit erklärt, einen anderthalbstündigen Ballettkurs für Anfänger und Fortgeschrittene anzubieten und habe mit Freude beobachtet, wie gut dieses Angebot ankam. In meiner restlichen, wenn auch begrenzten Freizeit, entwickelte ich zusammen mit anderen Kursteilnehmern eine Umfrage zum Thema "Luzides (bewusstes) Träumen". Dies war für uns ein besonders spannendes Thema im Kurs "Psychologie" der Akademie in Petershagen bei Minden.

Dank unserer Kursleiter, die in der jungen Wissenschaft der Traumforschung besonders engagiert und erfolgreich sind, gestaltete sich der "Unterricht" sehr praxisorientiert. Neben Videoclips aus dem Schlaflabor, bot uns auch selber die Möglichkeit mit einem EEG unsere Gehirnströme im Bewusstsein und im Schlaf zu untersuchen. Einen weiteren großen Themenbereich umfassten Grundlagen für das Erstsemester eines Psychologiestudiums, wie z.B. die unterschiedlichen Erscheinungsformen von psychischen Störungen. Für die Abschlusspräsentation vor unseren Eltern und dem Kultusminister stellten wir eine kleine Kampagne zum Thema "Stigmatisierung" auf die Beine.

Zur gleichen Zeit besuchte ich, Kristina Döring, die Akademie in dem 270 Kilometer entfernten Königswinter. Ich entschied mich für diesen Standort aufgrund des englischsprachigen Kurses "International Law". Darin beschäftigten wir uns zunächst mit dem deutschen Grundgesetz und lernten mit Gesetzestexten umzugehen. Besonders gefallen haben mir dabei die, von meinen zwei Kursleitern mit uns geführten Diskussionen, in denen wir viele neue Vokabeln anzuwenden lernten. Anschließend bearbeiteten wir die Themen Common Law (Rechtssystem in Großbritannien und den USA), the European Union und abschließend the UN, woraufhin eine Exkursion nach Bonn anstand, in deren Rahmen meine Kursgruppe und ich den UNO-Sitz besichtigten. An diesem Tag lernten wir die Arbeitsweisen der, aus über 100 verschiedenen Ländern stammenden, Mitarbeiter kennen und machten uns mit den neusten Projekten dieser Organisation vertraut. Am letzten Tag vor der Abschlussfeier bereiteten wir eine 15-minütige Tagesschau vor, in der wir aktuelle Ereignisse mit unserer neugewonnen juristischen Sichtweise verbanden.

Am zehnten und somit auch letzten Tag ging es nach abschließenden Vorbereitungen und dem Zimmerräumen endlich mit der, von uns und unseren Verwandten mit großer Vorfreude erwarteten, Abschlussfeier los. Nicht nur unsere Kurspräsentationen stießen auf Begeisterung. Auf dem Programm standen außerdem musikalische Beiträge des Akademiechores, des Orchesters und einer dort gegründeten Band sowie ein über die ganze Zeit der Akademie vorbereitetes Theaterstück, dessen Drehbuch eigenständig von den Mitgliedern der Theater-KüA verfasst worden ist und auf humorvolle Weise, den Akademiealltag und charakteristische Eigenschaften der Kursleiter widerspiegelte.

Nach großem Applaus und Glückwünschen der Eltern zu der überreichten Urkunde folgte der Abschied, der uns sehr schwer gefallen ist. Daher organisierten wir in kürzester Zeit ein Nachtreffen im kommenden Monat, um die neu gefundenen Freunde endlich wiederzusehen.

Abschließend können wir Schülerinnen und Schülern nur empfehlen, dieses vom Kultusministerium geförderte Akademieprojekt zu nutzen. Im Hinblick auf ein späteres Studium lernt man sich intensiv und auf hohem Lernniveau mit einem Thema zu beschäftigen und es entstehen bereits hilfreiche Kontakte.

Von Eva Imkamp und Kristina Döring