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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2013 > Bericht vom 24.02.2013 ]

Kleine Meister der großen Vorlesekunst

"Maxie! Maxiee! Maxieee!", ruft René Vleugels von der Betty-Reis-Gesamtschule, seine Stimme überschlägt sich aufgeregt, und er zieht das E am Ende des Namens schön lang. Der Sechstklässler liest aus dem Kinderbuch "Maxie und ein Fisch mit Fernweh" von Usch Luhn vor. Wie die Ich-Erzählerin Maxie von ihrer kleinen Schwester, auch "Nervensäge" genannt, an einem Sonntagmorgen lautstark geweckt wird, können sich die Zuhörer durch seine lebendige Betonung bildlich vorstellen.

Viel Lob gab es von den Juroren und Organisatoren des Vorlesewettbewerbs für die Leistungen der Teilnehmer, die alle ein Buchgeschenk bekamen. Felix Kirch (vorne) qualifizierte sich für den Bezirksentscheid in Köln. (RP-Foto: Jürgen Laaser)

Der Anlass des Vorlesens war ein ganz besonderer: Rene nahm zusammen mit zehn anderen Schülern am Regionalentscheid zum 54. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels teil. Die acht Mädchen und drei Jungen, die alle in die sechste Klasse gehen, hatten sich als beste Vorleser ihrer Schulen hierfür qualifiziert. Organisiert wurde der Entscheid von Karin Rademacher, Verantwortliche für den Kinder- und Jugendbereich der Stadtbücherei Erkelenz - und wer am Donnerstagnachmittag ein Kinderbuch ausleihen wollte, musste leider später wiederkommen: Schauplatz des Geschehens war die Kinder- und Jugendabteilung im Untergeschoss der Bücherei.

Die elfjährige Marie Marek, Schülerin der Gesamtschule in Ratheim, schlug sich trotz Nervosität gut. "Marie liest sowieso gerne", berichtete ihre Mutter Birgit Diehr. Kinder zum Lesen und zur Beschäftigung mit Büchern anzuregen, ist auch das Ziel des Wettbewerbs, an dem sich bundesweit mehr als 600 000 Schüler beteiligen.

Vier Juroren und ein mucksmäuschenstilles Publikum lauschten den kleinen Vorlesern. Moderiert wurde der Wettbewerb von Angela Peschen, Leiterin der Stadtbücherei. In zwei Runden luden die Kinder das Publikum in fremde Welten ein: Zunächst präsentierten sie ihren Wunschtext, in der zweiten Runde mussten s aus einem ihnen unbekannten Buch vorlesen. Unter den Wunschtexten befanden sich auch Kinderbuch-Klassiker wie "Momo" von Michael Ende oder "Krabat" des erst kürzlich verstorbenen Otfried Preußler.

Der diesjährige Überraschungstext war das Buch "Maxie und ein Fisch mit Fernweh". Ausgewählt wurde das Buch aufgrund seiner humorvollen Geschichte und den vielen Dialogen, erklärte Julia Lahn, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste der Stadtbücherei. "Die Kinder sind jedes Mal nervös, aber schlagen sich immer super", sagte sie voller Lob über die Vorlesekunst der Kinder.

Am Ende erhielten alle Teilnehmer als Anerkennung für ihre Leistung eine Urkunde und ein Buchgeschenk. Felix Kirch vom Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg überzeugte die Juroren durch sein ruhiges und klares Vorlesen. Der Zwölfjährige freute sich über zwei Büchergeschenke und seine Qualifikation für den Bezirksentscheid in Köln.

Von Anne-Kristina Zippel
Rheinische Post, 23.02.2013 (Seite C2)