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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2013 > Bericht vom 07.05.2013 ]

Lernferien "Begabung fördern 2013" in der Wolfsburg

Zunächst kann ich sagen, dass, weil ich einer der wenigen bin, denen die Möglichkeit gegeben wurde beide Lernferien zu besuchen, diese genau so gut waren wie die ersten. Natürlich war es anders, aber ähnlich spannend wie beim ersten Mal. Im Folgenden versuche ich die Stimmung ein wenig wiederzugeben.

Nach meiner anderthalbstündigen Fahrt von Erkelenz nach Mühlheim Monning kam ich am Dienstag endlich mit ein wenig Verspätung in der Wolfsburg an. Verschwitzt eilte ich durch die Tür in das Gebäude, nur um festzustellen, dass ich doch rechtzeitig da war, weil die Veranstaltung erst um halb 11 begann. Im Foyer wurde ich direkt von einer Gruppe Jugendlicher begrüßt, die, wie ich zwei Minuten später feststellte, alle richtig nett und entspannt waren. Nachdem wir uns alle im Foyer schon mal angefreundet haben, ging es dann los mit dem Programm.

Impressionen von den Lernferien

Wir haben uns alle im Namen-Assoziation-Spiel vorgestellt. Nach dem Mittagessen waren wir im Hochseilgarten und haben, die einen weniger, die anderen mehr, unsere Ängste überwunden. Dadurch, dass man sich beim Klettern voll und ganz auf Leute, die einen sichern, verlassen muss, wuchsen wir als Gruppe noch enger zusammen.

Auf den Hochseilgarten folgte unsere erste Unterrichtseinheit, in der wir uns mit dem Thema Gerechtigkeit und Verantwortung auseinandergesetzt haben. Das Thema wurde von vielen Seiten angesprochen, zum einen durch zwei Kurzfilme, und zum anderen durch Mindmaps.

Allgemein ist zum Ablauf des Programms zu sagen, dass sich zu jedem Thema eine Expertengruppe fand, die dann Fragen an die jeweilige Person beziehungsweise Personen stellten oder zu mindestens versuchten, das Eis zu brechen, damit auch andere Leute Fragen stellen und am Ende der Woche einen Bericht über ihr Thema schreiben konnten. Diese Berichte wurden zusammen mit einer "Kreativseite" in einem Journal gesammelt, das jeder für sich gestalten sollte, um sich selbst vorzustellen.

Diese Vorbereitung führt zu unserem ersten Gast: Thomas Speck, dem Geschäftsführer der GEPA. Dieser erläuterte uns die Wichtigkeit des "Fairen Handels" und verdeutlichte noch einmal, wie hart umkämpft diese Märkte sind. Vor dem Mittag hatten wir eine sogenannte Schreibwerkstatt, in welcher wir selber kreativ wurden und Texte und Elfchen und noch viele weitere Sachen schrieben. Am Nachmittag gab es eine weitere Unterrichtseinheit zum Thema der Zukunft der Arbeitswelt in Deutschland, welches uns auf das vorstehende Gespräch mit der CDU Politikerin Petra Vogt, und den Gründern der Plattform "senkrecht.org", Schüler, die nicht älter waren als wir selbst, vorbereitete. Das folgende Gespräch mit eben diesen Personen wurde zu einer sehr hitzigen Debatte, in der auch mal einige nicht passende Ausdrücke vorkamen. Aber vor allem war das Gespräch eine große Kritik an dem jetzigen Schulsystem G8, das von vielen abgelehnt wird, und der modernen Leistungsgesellschaft. Die vorherrschend negative Stimmung erschlug uns am Ende der Diskussionsrunde. Die Freizeit kam dieses Mal kürzer, weil wir in der Woche zwei Exkursionen, nach Köln und Essen, machten. Trotzdem hatten wir Abends immer noch Zeit, gemeinsam zu sitzen und zu reden. Obwohl auch in der Freizeit viel an der Kreativseite gearbeitet wurde, fand man immer zwei Minuten für sich. Und ich denke auch, dass die Freizeit nicht fehlte, weil die Zeit in der Gruppe so schön war, dass man den Mangel an freier Zeit nicht wahrgenommen hat.

Impressionen von den Lernferien

Am Donnerstag gab es unseren ersten Ausflug nach Köln. Wir fuhren mit dem Bus quer durch das Ruhrgebiet nach Köln. Wir kamen nach einer Stunde Fahrtzeit in der Kölner Innenstadt an. Unser erster Besuch galt dem Kolumba Museum. Früher stand auf dem Grundstück die Kirche Kolumba, die aber im zweiten Weltkrieg zerstört wurde, und um deren Ruinen ein Neubau entstanden ist. Nach der Führung durch das Museum, das sich von anderen Museen unterscheidet, weil es an den Bildern und Skulpturen keine Schrifttafeln gibt, die zeigen, wer das Werk geschaffen hat, gingen wir in Köln essen. Auf das Essen folgte der zweite Besuch, nämlich beim Deutschlandfunk. Dort hatten wir dann eine weitere Führung durch das Gebäude. Der Blick hinter die Kulissen war großartig, weil der Deutschlandfunk auch ein Sender ist, der mehr auf Bildungsendungen setzt als andere Sendeanstalten. Am Beeindruckendsten war der Senderaum, in den wir, obwohl der Moderator auf Sendung war, mitkommen durften. Nachdem wir wieder in der Wolfsburg waren, ging es sofort mit einem weiterem Vortrag über China weiter. Dieser Vortrag zeigte mir eine andere Sichtweise auf China auf.

Am Freitag war es endlich soweit, dass meine Expertengruppe ihren Auftritt hatte. Wir hatten das Thema RWE und die Energiewende. Wir wurden nach einer Stunde Fahrt in Essen in der RWE Zentrale begrüßt, genauer gesagt in der Vorstandsetage im 23. Stock. Alleine das war schon beeindruckend, aber auch die Entspanntheit und Offenheit, mit der der Vorstandsvorsitzende der RWE Deutschland uns begegnete, war toll.

Nach dem Gespräch gab es noch ein kleines Buffet für uns und alle Gesprächspartner der RWE sind noch bei uns geblieben um sich mit uns zu unterhalten. Ich fand diese Einheit die beste, weil es schon beeindruckend war in einem Vorstandssaal zu sitzen.

Nach dem Mittagessen bei der RWE ging es zur Bank im Bistum Essen. Bei dieser Einheit ging es mehr um die Finanzwirtschaft und die Wirtschaftskrise, wohingegen es bei der RWE um die gerechte Energieversorgung ging. Danach fuhren wir wieder zur Wolfsburg. Unser letzte Tag wurde dann mit einem Bierchen, das von den Betreuern spendiert wurde, und einem Schere-Stein-Papier-Gruppenspiel abgeschlossen. Nichtsdestotrotz wurde auch danach noch fleißig weiter an den Berichten der Expertengruppe und an der Kreativseite gearbeitet.

Impressionen von den Lernferien

Zusammenfassend war der Unterschied zu den ersten Lernferien das schwerere Gewicht auf die inhaltlichen Punkte, durch die sehr vielen Vorträge und Ausflüge, im Gegensatz zu dem emotional geprägten Programm der ersten Lernferien, zum Beispiel das Theater Spielen und viele kleinere Übungen.

Noch ein kleiner Beitrag zur Wolfsburg: Die Wolfsburg ist, so wurde mir gesagt, der Vorreiter in den Sachen Lernferien und das kann ich nur bestätigen, denn die Akademie hatte schon ein gehobeneres Niveau. So hatten wir alle zum Beispiel Einzelzimmer mit Dusche und Bad. Auch das Essen war hervorragend und Kaffee, Tee und Wasser gab es den ganzen Tag umsonst. Abschließend bleibt zu sagen, dass durch die inhaltliche Prägung mir neue Perspektiven auf verschiedene Probleme innerhalb unserer Gesellschaft gegeben wurden, die mich diese Sachverhalte auch von einem anderen Standpunkt aus betrachten lässt.

Von Timo Zohren (Jgst. 11)