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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2013 > Bericht vom 12.05.2013 ]

"...und es macht dir wirklich nichts aus, mir zuzuhören?"

Am Samstag, dem 4. Mai 2013, und am Sonntag, dem 5. Mai 2013, brachte die Oberstufen-Theater-AG des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums Wegberg unter der Leitung von Robert Pauck ein Stück mit dem Titel "Chatroom" von Enda Walsh auf die Bühne. Da kommen gleich Fragen auf, wie: "Chatten im Theater? Was soll das denn?! Und vor allem: Wie soll das gehen?"

Impressionen vom Theaterstück "Chatroom".

Auf diese Fragen sollte das Publikum nach der Vorstellung nicht nur eine einzige Antwort parat haben. Vor einem sehr gelungenen Bühnenbild, mitgestaltet von Carmen und Jasmin Prince, sind verschiedene Unterhaltungen zwischen zwei oder mehreren der sechs Charaktere dem Publikum vorgeführt worden. Die einzelnen Gesprächsteilnehmer waren jeweils vor einem Ausschnitt ihres Zimmers zu sehen, welches, ebenso wie die Kostümierung, Hinweise auf deren Charakterzüge gab. Befand sich ein Gesprächsteilnehmer im offline-Modus, so wurde die Wand umgedreht und der Schauspieler verschwand dahinter.

Impressionen vom Theaterstück "Chatroom".

Schnell entstanden während erster Chats Sympathien und Antipathien zwischen den Jugendlichen auf der Bühne. So freunden sich die energische Eva, gespielt von Kathi Groß, und der draufgängerische William, gespielt von Justus Röder, an und finden ein gemeinsames Mobbing-Opfer: den etwas schüchternen, durch seine Geschichte vorbelasteten Jim, verkörpert von Robert Rackow. Natürlich findet dieser Unterstützung, unter anderem von Jack, gespielt von Julian Hochstrat, der nicht so recht weiß, wie er ihn verteidigen soll und dann auch noch böse Worte von Eva und William in den Mund gelegt bekommt, und von Laura, gespielt von Isabella Imkamp, die, wie Jim, bereits von Selbstmordgedanken verfolgt worden ist. Aber auch die anfangs gutgläubig und mädchenhaft erscheinende Emily, gespielt von Anne Pelzer, versucht auf ihre Weise für Jim da zu sein. Doch auch sie soll bald eine Art des Cybermobbings erfahren und von ihrer Vergangenheit, der Magersucht, eingeholt werden.

Impressionen vom Theaterstück "Chatroom".

"Chatroom" ist ein Stück, welches sich nicht mit der klassischen Opfer- und Täter-Frage beschäftigt, sondern vielmehr tiefe Einblicke in die psychischen Abgründe der dargestellten Persönlichkeiten gibt. Die Anonymität, mit welcher sich jeder im Internet gut tarnen kann, bringt unter anderem die Gefahr des Cybermobbings mit sich.

Wie es Mobbern und Gemobbten dabei ergeht, wurde für das Publikum durch die schauspielerische Leistung der Theater-AG sehr gut nachvollziehbar. Auch Robert Pauck ist mit dem Ergebnis zufrieden: "Viele Zuschauer sind vom Geschehen gepackt worden. Während sie im ersten Teil an der ein oder anderen Stelle noch gelacht haben, merkt man deutlich, dass der zweite Teil emotional intensiver ist." Somit spiegelt auch die Reaktion des Publikums die Entwicklung des Stückes wieder. Was anfangs noch nur ein Spaß war, ist am Ende dann doch ganz schön ernst.

Impressionen vom Theaterstück "Chatroom".

Unterstützt mit Licht, Ton und auch Bild durch die Technik-AG unter der Leitung von Paul Landmesser konnte die Aufführung einwandfrei über die Bühne gehen. Aber auch hinter der Bühne durfte es an helfenden Händen der gesamten Theater-AG nicht fehlen.

Mit der Leistung seiner Schüler ist der AG-Leiter restlos zufrieden: "Die Generalprobe lief gut, aber bei der Aufführung haben die Schüler nochmal 20% drauf gelegt". So ist auch die dritte Produktion der in diesem Jahr fast völlig neu besetzten Theater-AG ein voller Erfolg gewesen.

Von Miriam Bank (Jgst. 10)