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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2013 > Bericht vom 18.11.2013 ]

Ein Besuch der Herbstakademie 2013

Mobilität und Heimat - was ist das genau? Wo kann man das finden? Wie hängt beides zusammen? Rund um diese Begriffe und um viele weitere Fragen drehte sich die Herbstakademie 2013, die alljährlich unter dem Leitthema "Begabung und Verantwortung" in der Wolfsburg in Mülheim stattfindet.

Ich, Miriam Bank, habe die Möglichkeit, in diesem Jahr teilzunehmen, gerne genutzt. Etwas mulmig war es mir dennoch, als es Montag, den 21.10. um acht Uhr, viel zu früh für Ferien, losgehen sollte. Ich bin alleine mit der Bahn angereist, habe aber in Duisburg schon meine spätere Zimmerpartnerin getroffen, sodass ich nicht ganz alleine angekommen bin. Im Foyer der Wolfsburg trafen wir auf die anderen Teilnehmer, die alle angespannt und ein wenig nervös wirkten. Keiner wusste so recht, was da auf uns zukommen sollte. Die Vorstellungsrunde und das gemeinsame Mittagessen lockerten die Atmosphäre erheblich auf und nahmen uns ein wenig das mulmige Gefühl. Danach konnten wir unsere Zimmer beziehen und uns für das Teambuilding im Hochseilgarten der Wolfsburg fertig machen. In zwei Gruppen bewegten wir uns stets gesichert über die verschiedenen Elemente des Hochseilgartens, wobei jeder selbst entschieden hat, inwieweit er sich seiner Höhenangst stellte. Dabei entstand ein erster Teamgeist und einige Witze wurden gemacht, die uns die gesamte Woche über begleiteten. Wir konnten uns gegenseitig über einen ersten Eindruck hinaus kennenlernen, was mir persönlich sehr geholfen hat.

Impressionen von der Herbstakademie 2013.
Abenteuer Hochseilgarten: Neugierig sammeln wir erste
Eindrücke vom Hochseilgarten vom sicheren Boden aus.

Dem Abendessen folgten gleich zwei der zahlreichen Programmpunkte. Pitt Siebigs, ein Fotograf aus Aachen, führte uns durch seine Ausstellung in der Wolfsburg. Seine Bilder stellen hauptsächlich Ausschnitte verlassener Industriewerke dar. Es kamen bereits erste Gedanken und Fragen zum Thema Heimat auf, vor allem was die Heimat eines Menschen ist, woraus sie besteht und wo man sie findet. Dabei ist aufgefallen, wie unterschiedlich verschiedene Orte wahrgenommen und empfunden werden. Nach dem Rundgang folgte eine Sitzung mit dem Tagungsteam, das uns mit dem Thema der Woche, Heimat und Mobilität, vertrauter machte. Gegen 21 Uhr endlich wurden wir endlich in unseren wohlverdienten Feierabend entlassen. Die Abendzeit nutzten wir vor allem, um Zeit mit den neu gewonnen Freunden zu verbringen, oft bis tief in die Nacht hinein. Frühstück gab es ab acht - viel Schlaf war also nicht drin, doch beeinträchtigt hat das keinen von uns.

Der Dienstag war der Tag mit dem meisten Programm. Los ging es mit freier Arbeitszeit, in der wir in Expertengruppen ein Gespräch vorzubereiten und später auszuwerten hatten. Ein fiktiver Gesprächspartner sollte zum Beispiel Professor Dr. mult. Hanns Hatt sein, der uns durch seinen Lehrstuhl an der Ruhr-Universität, Bochum geführt hat. Auch fachspezifische Begriffserklärungen, in diesem Fall zur Zellphysiologie, und Fragen, die in dem erdachten Gespräch gestellt werden könnten, mussten vorbereitet werden. Nach dem Gespräch sollten wir einen journalistischen Artikel über die Inhalte des Gesprächs verfassen. Außerdem erstellte jeder eine eigene Seite, die unseren ganz persönlichen Bezug zu dem Thema Heimat und Mobilität verdeutlichen sollte. Alle Artikel und persönlichen Seiten sollten in einem Journal, das die Woche zusammenfasste, veröffentlicht werden.

Nach der freien Arbeitszeit diskutierten wir mit André Boße in zwei Gesprächen zum einen über "Musik als mobile Heimat" und zum anderen über "Studieren im Selbstoptimierungszwang". Im Anschluss unternahmen wir eine Exkursion zur alten Dreherei in Mülheim, einem Industriedenkmal, das von einer Bürgerinitiative restauriert wird. Am Abend besuchte uns Gereon Alter, Pfarrer und Fernsehsprecher von "Das Wort zum Sonntag" (ARD). Er erzählte vor allem von seinen Weltreisen auf dem Fahrrad und wie sie sich mit einem Heimatgefühl vereinbaren lassen.

Bei so einem vollen Programm wird schon deutlich, dass uns kaum Freizeit zur Verfügung stand, lediglich als freie Arbeitszeit. Gestresst wirkte trotzdem niemand der Teilnehmer, da das Arbeiten ein ganz anderes war als das in der Schule. Jeder war sich seiner Aufgaben bewusst und erledigte diese verantwortungsbewusst, ohne dass Druck von der Seminarleitung ausgeübt werden musste.

Programmhighlights am Mittwoch und Donnerstag waren unter anderem der Besuch in den Laboren der Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum, ein Gespräch mit Michael Heinze, dem Ministerialrat im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW und ein Besuch bei der Evonik Industries AG in Essen. Dort wurden wir sogar in die 19. Etage eingeladen, in der sonst nur Ehrengäste empfangen werden!!

Impressionen von der Herbstakademie 2013.
Stefan und ich beim Geruchs- und Geschmackstest in der Ruhr-Universität Bochum.

In drückender Abschiedsstimmung verbrachten wir unseren letzten Abend und den Freitagmorgen, an dem das Journal mit seinen kreativen und journalistischen Texten fertigzustellen war.

Am späten Mittag hieß es dann: Auf nach Hause! In einer kleinen Gruppe machten wir uns auf den Weg zur Straßenbahn, die Wolfsburg im Rücken. Gerne werde ich dorthin zurückkehren, um an weiteren hochinteressanten Programmen teilzunehmen. Die Teilnehmer der Herbstakademie werden in die Kontaktliste aufgenommen und zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen. Bereits im Sommer 2014 wird es ein erstes Wiedersehen geben, denn dann findet eine Fahrt nach Brüssel zum Europaparlament statt.

Ich kann derartige Angebote nur empfehlen. Mich hat diese ungewöhnliche Ferienwoche sehr bereichert, ich konnte vieles mitnehmen und vor allem Dinge erfahren und ausprobieren, die ich in der Schule nicht lernen werde. Falls euch je ein solches Angebot gemacht wird, schlagt zu! Ihr werdet es nicht bereuen!

Von Miriam Bank (Jgst. 11)