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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2014 > Bericht vom 27.06.2014 ]

Junioren auf dem Sprung ins Profi-Lager

Yannick Filipovic sitzt auf gepackten Koffern. Morgen startet das Abenteuer in Richtung Norddeutschland. Sein Ziel: der SV Werder Bremen. Gerade mal 16 Jahre alt, ist der Innenverteidiger, der seine ersten fußballerischen Schritte beim FC Wegberg-Beeck unternommen hat, im Juniorenfußball schon so etwas wie eine "Hausnummer": Der Wegberger Schüler des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums spielte bislang bei Fortuna Düsseldorf in der U 17-Bundesliga, weiterhin hat er bereits einige Einsätze in der Junioren-Nationalmannschaft Montenegros vorzuweisen. Indes winkt nun das Trikot des DFB.

Kolbe-Schüler mit sportlichen Perspektiven: Schulleiter Willy Meersmann drückt Yannick Filipovic (r.) und Dominik Meißner (l.) die Daumen. (RP-Foto: Jürgen Laaser)

Nicht nur bei ihm kommt Schulleiter Willy Meersmann ins Staunen. Meersmann, selbst eigentlich mit hochgewachsener Statur ausgestattet, muss nämlich nicht nur bei Filipovic nach oben schauen, auch Dominik Meißner, ebenfalls 16 und ebenfalls Schüler am MKG, überragt den "Direx" sichtlich. Meißner allerdings tritt den Ball nicht mit dem Fuß, vielmehr hat er sich als Handballer einen Namen gemacht. Beim HSV Wegberg warf er damals erstmals aufs Tor, heute spielt er im Rückraum rechts für den ART Düsseldorf, hat zuvor noch einige Zeit in Neuss gespielt. Training auf Ebene des Handballverbandes Niederrhein (HVN) und Deutschen Handballbundes sind für Dominik obligatorisch. Spieler wie ihn kann der DHB gebrauchen - es hakt ungemein im deutschen Handball: Nicht genug mit der verpassten Qualifikation zur Weltmeisterschaft, die Männer sind darüber hinaus sogar ohne Bundestrainer. Einem motivierten Juniorenspieler wie Dominik Meißner tut das natürlich besonders weh. "Dabei haben wir doch ein paar gute Nationalspieler", sagt der Linkshänder. Wie dem auch sei: Auf Dominik ist der DHB bereits aufmerksam geworden, hat ihn als Kaderspieler des HVN kennengelernt. Einladungen zu Sichtungen waren bzw. sind die Folge. Dafür reist Dominik viel.

Auch Yannick hat schon oft im Unterricht gefehlt, vor allem dann, wenn er mit der montenegrinischen Nationalmannschaft unterwegs war. "Die Schule, Willy Meersmann und die Lehrer unterstützen uns immer. Das macht die Sache dann praktikabel", sagt Yannick auch stellvertretend für Dominik. Klar, den Stoff müssen die Jungs nachholen, da werden keine Ausnahmen gemacht.

Für Yannick endet der Weg am Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasium nun. Wenn er morgen nach Bremen umzieht, wird das Weserstadion im wahrsten Sinne des Wortes sein neues Zuhause sein. In der Ostkurve haben die Werderaner ihr Internat untergebracht, hier wird Yannick wohnen. An die schulische Ausbildung ist derweil auch gedacht. "Profi zu werden - das ist schon das Ziel, aber zuerst kommt der Schulabschluss", sind sich indes Dominik und Yannick einig. Bei Werder Bremen hat Yannick übrigens einen Drei-Jahres-Vertrag unterzeichnet.

Vorbilder

Yannick drückt Borussia Mönchengladbach die Daumen, während Dominik zum THW Kiel und zur SG Flensburg-Handewitt schielt. Nemanja Matic vom FC Chelsea ist zudem Yannicks sportliches Vorbild. "Ihn habe ich mal persönlich kennengelernt - ein toller Typ", findet der künftige Werderaner.

Von Anke Backhaus
Rheinische Post, 27.06.2014