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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2016 > Bericht vom 19.11.2016 ]

Lernferien NRW 2016 - Wohlstand und Weltklima

In diesem Jahr haben zwei Schülerinnen und ein Schüler - Julia Jetten, Lara Pellen und Frederic Augustyniak-Gaspers - aus unserer Jahrgangsstufe Q1 eine Hälfte ihrer Herbstferien ganz anders verbracht als die meisten von uns. Sie nahmen an den "Lernferien NRW" teil. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen bietet seit 2009 Schülerinnen und Schülern der Stufe Q1 die Möglichkeit, sich in den Herbst- und in den Osterferien weiterzubilden.

"Wohlstand und Weltklima - Was erträgt der Planet?" - so lautete das Thema, mit dem wir - 25 Schülerinnen und Schüler aus NRW - uns in der ersten Woche der Herbstferien im Rahmen der Lernferien fünf Tage lang auf der Wolfsburg in Mülheim an der Ruhr beschäftigten.

Zum großen Erstaunen aller Teilnehmer wurden soziale Kontakte sehr schnell geknüpft. Das wurde uns allen leicht gemacht, da wir nach einer kurzen Kennenlernrunde und dem Mittagessen ein Gruppentraining im Hochseilgarten der Wolfsburg durchführten. Wir hatten viel Spaß dabei und dadurch auch schnell das Gefühl gewonnen, dass wir uns nicht erst drei Stunden zuvor zum ersten Mal getroffen hatten.

Abends referierte Simone Schubert (Projektmanagement Klimametropole Ruhr 2022) zum Thema: "Sind Wohlstand und ein gesundes Weltklima Gegensätze?" Wir erfuhren z.B., dass allein wir Jugendlichen in Deutschland eine Kaufkraft von 20 Mrd. Euro haben und zudem auch das Kaufverhalten unserer Eltern beeinflussen, wodurch sich indirekt die Kaufkraft der Jugendlichen nochmals erhöht. Im Anschluss diskutierten wir angeregt und kamen letzten Endes zu der Erkenntnis, dass wir uns zu wenig um unseren Planeten kümmern und uns lieber hinter Ausreden wie "Ein Einzelner verändert doch eh nichts" oder "Als Jugendlicher wirst du nicht ernst genommen und kannst nichts machen" verstecken. Ich für meinen Teil habe gelernt, dass Wohlstand und ein gesundes Weltklima nicht zwingend Gegensätze sein müssen.

Impressionen von den Lernferien NRW.

Am folgenden Tag besuchten wir die Hochschule Düsseldorf, die vor kurzem in neue Gebäude umgezogen ist. Prof. Dr.-Ing. Mario Adam, Professor für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz und stellvertretender Leiter des ZIES (Zentrum für Innovative Energiesysteme), brachte uns das Thema "Erneuerbare Energien und Energieeffizienz" näher. So erfuhren wir, wie das deutsche Stromnetz aufgebaut ist, und lernten Vor- und Nachteile der regenerativen Energien kennen. Teilweise enttäuscht verließen wir die Universität, da unsere Gruppe feststellen musste, dass Solar- oder Windenergie das Problem des Klimawandels nicht lösen werden. Ein weiterer Ausbau dieser regenerativen Energien führe aufgrund fehlender Konstanz von Sonneneinstrahlung und Wind zu starken Schwankungen im Stromnetz und folglich zum Zusammenbruch des Netzes. Die Lösung dieses Problems besteht in effizienten und günstigen Speichermöglichkeiten, die es zurzeit aber noch nicht gibt.

Impressionen von den Lernferien NRW.

Ein volles, aber sehr abwechslungsreiches Programm hatten wir am Mittwoch. Morgens informierte uns Dr. Thilo Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft über "Die Wirtschaft und die Klimapolitik". Mittags besuchten wir den Gasometer in Oberhausen und die Ausstellung "Wunder der Natur", die bildgewaltig das Wachsen und Werden auf unserem Planeten zeigt. Wieder zurück in Mülheim setzen wir uns mit der Enzyklika des Papstes "Laudato si'" auseinander. Sie hat die Themen "Umwelt- und Klimaschutz" als Schwerpunkte und erläutert, warum Kirche sich für Umwelt und Gerechtigkeit engagiert. Damit die Kultur nicht zu kurz kam, besuchten wir abends in Oberhausen das Theaterstück "Moi non plus" von Albert Ostermaier, der in diesem Stück Serge Gainsbourg, einen französischen Chansonnier, Filmschauspieler, Komponisten und Schriftsteller, sein Leben und seine Musik Revue passieren lässt.

Impressionen von den Lernferien NRW.

Ein Besuch bei der Loick AG in Dorsten stand am nächsten Tag auf unserem Programm. Das Unternehmen beschäftigt sich in erster Linie mit Biowertstoffen, Bioenergie und Landwirtschaft. Wir erfuhren hier, wie alternative Energien genutzt und vermarktet werden und dass sich beispielsweise aus Mais Kinderspielzeug (PlayMais) und Verpackungsfüllstoffe herstellen lassen.

Zum großen Leidwesen aller war der Freitag der letzte Tag unserer tollen gemeinsamen Zeit. Die fünf Tage in Mülheim gingen viel zu schnell vorbei. Wir haben nicht nur viel erfahren und gelernt, wir haben heftig und lange diskutiert, hatten Spaß und haben viel gelacht.

Was hat mir die Zeit in Mülheim gebracht? Ich habe tolle Leute kennengelernt. Die einen setzen sich schon heute sehr für unsere Umwelt und den Erhalt unserer Erde ein (unsere Referenten), die anderen, wir Schüler, können noch viel für unsere Umwelt tun. Mir ist bewusst geworden, wie wenig wir uns noch für die Erhaltung oder Verbesserung unseres Klimas einsetzen. Wir hören zwar immer in den Medien, wie viel wir vor allem in Deutschland für das Klima tun. Aber eigentlich passiert so gut wie nichts. Was bleibt also? Frustration zunächst. Doch die Referenten haben uns Hoffnung gemacht. Wir sind die Zukunft. Wir können etwas verändern. Von Jahr zu Jahr werden wir mehr können. Und wer weiß? Vielleicht kommt der Tag, an dem wir von uns behaupten können, dabei geholfen zu haben, den Klimawandel zu stoppen. Jeder von uns kann etwas dazu beitragen. Auf unterschiedliche Art und Weise. Der eine verzichtet vielleicht auf eine zweite oder dritte Jacke, ein anderer entscheidet sich dazu, ein Elektroauto zu fahren oder ganz auf ein Auto zu verzichten. All dies mag sich zwar eher belanglos anhören, aber viele kleine Dinge können in der Gesamtheit auch dazu beitragen, dass unserer Erde und damit auch uns Menschen weniger geschadet wird. Das sollte es doch wert sein.

Von Frederik Augustyniak-Gaspers (Jgst. Q1)