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Besuch beim Theaterstück "Phantom - Ein Spiel"

Am Mittwoch, dem 08.02.2017, besuchte der Deutsch-Leistungskurs der Q1 von Frau Falk das Theater in Mönchengladbach. Auf der Studiobühne wurde das Schauspiel "Phantom - Ein Spiel" aufgeführt.

Der Deutsch-LK im Theater Mönchengladbach.

Das Stück beschäftigt sich mit einer aktuellen Problematik: Eine Romni, die nach Deutschland kommt, um Arbeit zu finden und ein besseres Leben zu führen, ist schließlich im neuen "Heimatland" alten Vorurteilen ausgesetzt und begegnet fremdenfeindlichen Menschen. Ein Baby wird in einem Schnellrestaurant aufgefunden, die Mutter hat es scheinbar ausgesetzt. Schnell steht für die Mitarbeiter fest, dass es nur "eine dieser Ausländerinnen" gewesen sein kann, die vor dem Lokal "herumstreunen".

Das Theaterstück wird von 5 Schauspielern besetzt, die in ihren wechselnden Rollen die Reise und das Leben der Romni "Blanca" darstellen. Zudem werden auch Klischees über Hartz-4-Empfänger aufgegriffen und in Bezug zu den Bemühungen von Blanca gesetzt. Im Gegensatz zu ihr erscheint die schwangere Annika faul und unordentlich, sie lässt sich bedienen, ohne die eigene Schuld an ihrer Misere zu erkennen.

Das Besondere an der besuchten Aufführung in der Studiobühne war nun, dass zum einen unterschiedliche Schauspieler eine Figur gespielt haben und zum anderen, dass die Schauspieler, die in einer Szene keine Figur besetzten, offen darüber diskutiert haben, wie die Rolle der Figur vorne ihrer Meinung nach dargestellt werden sollte. Die Vielschichtigkeit des Stücks, aber auch der übertragbare Charakter der Handlung auf viele mögliche Szenarien wurden dadurch deutlich.

Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses sind sich einig, dass es von Vorteil war, das Stück vorab im Unterricht gelesen und Aspekte exemplarisch besprochen bzw. bearbeitet zu haben, so dass es daher allen besser verständlich war. Trotzdem gestaltete sich die Inszenierung teilweise als verwirrend und seltsam beschämend, vor allem, als goldene Heinzelmännchen mit piepsender Stimme das schöne neue Land und seine Verlockungen darstellen sollten. Auch der Tanz von Blancas Freundin wurde als seltsam künstlich und unpassend empfunden, so dass der ernste (und legitime) Hintergrund des Stückes stellenweise grotesk und realitätsfremd wirkte.

Die Leistung der Schauspieler sei an dieser Stelle trotzdem lobend hervorzuheben. So konnte vor allem Eva Spott in ihren Rollen als Blanca, Annikas Mutter und Blancas Großmutter überzeugen.

Insgesamt hat das Schauspiel das Publikum unterhalten, aber vor allem auf die schwerwiegenden Probleme eines Volkes aufmerksam gemacht, die vielleicht auch im Zuge der Flüchtlingskrise leicht in Vergessenheit geraten.

Es war somit ein erfolgreicher Abend für den LK Deutsch.

Von Jane Grabolle und Laura Chudziak (Jgst. Q1)