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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2017 > Bericht vom 19.11.2017 ]

GAPP 2017

Das Highlight war in diesem Schuljahr für 25 ausgewählte Schüler/innen die Teilnahme am deutsch-amerikanischen Austauschprogramm unserer Schule mit der Concord High School in New Hampshire. Diese vier Wochen in Amerika würde ich durchaus, und ich denke, hier ging es allen Teilnehmer/innen so, als die ereignisreichste, aufregendste Zeit innerhalb meiner schulischen Laufbahn bezeichnen, denn wir haben während dieser Wochen nicht nur viel Interessantes über Amerika gelernt und neue Freundschaften geschlossen, sondern auch eine wirklich wunderschöne, einmalige Zeit in Concord verbracht.

Impressionen vom GAPP-Austausch 2017.

Bevor wir aber mehr über unsere persönlichen Erfahrungen berichten, sollten wir erklären, wie man überhaupt an unserer Schule an GAPP teilnehmen kann. Im November 2016 hatten Schüler/innen der zukünftigen EF und Q1 die Möglichkeit, sich mit einer selbsterstellten Computerpräsentation oder einem ausdrucksstarken Kurzfilm sowie einer schriftlichen Begründung für GAPP zu bewerben. Insgesamt haben es in diesem Jahr 15 Jungen und 10 Mädchen geschafft, sich gegen ca. hundert Bewerber/innen durchzusetzen.

Bevor es aber nach Amerika ging, haben wir bereits in Gruppen Präsentationen über ansprechende Themen, die zugleich über Deutschland informieren sollten, erstellt, die dann später in der High School vorgetragen werden konnten. Seitdem wir erfahren hatten, wer unsere Austauschpartner/in sein würde, haben sich alle monatelang darauf gefreut, endlich ihre Gastfamilien kennenzulernen. Glücklicherweise war es uns möglich, bereits vor der Reise mit unseren Partner/innen in Kontakt zu treten, sodass wir nicht in uns vollkommen fremde Familien übergeben wurden.

Und am 6. Oktober war es dann schließlich soweit: Nach einer scheinbar endlos langen Hinreise voller Vorfreude und Aufregung sowie einem kurzen Stopp in London konnten wir endlich die Amerikaner/innen treffen! Da wir an einem Freitag angekommen sind, stand das erste Wochenende schon mal uns und den Gastfamilien zur Verfügung und man konnte damit beginnen, sich auszutauschen und sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Dabei haben alle etwas Anderes erlebt und ich hatte das Glück, gleich zu Beginn Tagesausflüge quer durch New Hampshire und Maine zu machen und dabei viel vom beeindruckenden "Indian Summer" zu sehen.

Impressionen vom GAPP-Austausch 2017.

Am Montag mussten wir noch nicht zur Schule gehen, weil "Columbus Day" war - ein Feiertag in Amerika, weshalb auch dieser Tag frei genutzt werden konnte, um erste Eindrücke von New Hampshire zu sammeln. Gegen 17 Uhr fand eine Willkommensfeier oder besser gesagt eine "Welcome Party" für alle deutschen und amerikanischen GAPPer und deren Familien statt. Bei typisch amerikanischem Essen hatten wir erstmals die Möglichkeit, uns mit den Anderen zu unterhalten und die Austauschpartner/innen unserer Freunde zu treffen.

Am nächsten Tag ging es dann zum ersten Mal in die Schule und ich denke, dass ich für alle sprechen kann, wenn ich sage, dass wir am Anfang ziemlich verwirrt und zugleich überwältigt von den vielen Stockwerken und Fluren der CHS, die im Gegensatz zum Maximilian-Kolbe-Gymnasium fünf Etagen und zwei unterschiedliche Gebäude besitzt, waren. Zum Glück konnten wir am ersten Schultag unsere Partner/innen zu ihren Unterrichtsfächern begleiten, sodass wir uns erst nach einer gewissen Zeit alleine zurechtfinden mussten, nämlich, nachdem wir unsere eigenen Kurse gewählt hatten, wodurch wir alle Fächer ausprobieren konnten, die uns Spaß machen.

Obwohl wir viel Zeit mit den amerikanischen GAPPern verbracht haben, gab es auch Aktivitäten, die nur für die Deutschen bestimmt waren, wie zum Beispiel ein Besuch im Regierungsgebäude von New Hampshire, dem sogenannten State House in Concord. Ein echtes Highlight war auch der Tag des Homecoming am zweiten Wochenende. Nachdem am Abend zuvor Plakate für die am Morgen stattfindende Parade gebastelt worden waren, versammelten sich um neun Uhr morgens alle, um mit dem Deutsch-Klub am Straßenumzug teilzunehmen. Danach fand auch ein Footballspiel der Schulmannschaft statt, bei dem wir zuschauen konnten und sofort von der guten Stimmung mitgerissen wurden. Und natürlich sind alle am Abend in die Cafeteria der Schule gegangen, um am Homecoming-Ball teilzunehmen, auf den wir uns schon lange gefreut hatten, da es ein vollkommen neues Erlebnis für uns war, das allen noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

In der darauffolgenden Woche haben wir unter Anderem einen Freizeitpark besucht und einen Tagesausflug nach Boston unternommen. Dort konnten wir auch in kleineren Gruppen die Stadt erkunden und hatten Gelegenheit dazu, Souvenirs und Vieles mehr zu kaufen. Abgesehen davon haben wir einige Sehenswürdigkeiten und den Hafen besucht und in einem der bekanntesten Cafés Bostons Gebäck oder typisch amerikanische Süßigkeiten probiert.

Impressionen vom GAPP-Austausch 2017.

Doch das spannendste und fantastischste Erlebnis war vermutlich der Wochenendtrip nach New York, der am nächsten Wochenende stattfand, da es für viele Schüler/innen der erste Besuch in der Stadt, die niemals schläft, war. Nach acht Stunden anstrengender Fahrt sind wir endlich im Big Apple angekommen. Als wir im "Youth Hostel", unserer Unterkunft für die nächsten Tage, die Koffer abgestellt hatten, fuhren wir direkt mit der U-Bahn Richtung Stadtmitte. Hier hatten wir einige Stunden Freizeit in kleinen Gruppen, die die meisten von uns zum Shoppen oder einfach nur zum Umschauen nutzten. Abends besichtigten wir das "Museum auf Modern Art", welches sehr bekannte Gemälde wie beispielsweise die "Sternennacht" von Vincent van Gogh ausstellt. Noch beeindruckender jedoch war die Aussicht vom Empire State Building bei Nacht, denn in gut 400 Metern über den Straßen New Yorks ist die Aussicht unvergesslich. Auch wenn wir erst spät abends unsere Zimmer erreichten, mussten wir am nächsten Tag früh raus. Auf der Tagesordnung standen die Freiheitsstatue, Ellis Island, wo Menschen, die in Amerika leben wollten, untergebracht waren, sowie das 9/11-Memorial, also die Gedenkstätte zur Erinnerung an den Terroranschlag von 2001. Am frühen Nachmittag ging es zurück zum Hostel, denn wir mussten uns für das Broadway Musical "Charlie and the Chocolate Factory" fertig machen. Jeder hatte sich chic angezogen und nachdem genügend Fotos geschossen wurden, ging es los. Zum Abschluss dieses zweiten Tages in New York kam dann, was viele sicher als aufregendstes Erlebnis beschreiben würden, eine Fahrt in einer Limousine durch New York! Durchschnittlich waren wir 15 Personen pro Wagen und jede Gruppe konnte innerhalb der zweistündigen Fahrt zur Brooklyn Bridge oder am Times Square entlang fahren. Schlussendlich wurden alle wieder am Hostel abgesetzt. Für mich persönlich war dieser Trip das Highlight unserer Zeit in New York.

Am nächsten Tag ging es schon wieder zurück nach Concord, worüber die meisten jedoch auch erleichtert waren, da die Tage in New York mindestens genauso schön wie anstrengend gewesen waren. Trotz des anstrengenden Wochenendes mussten alle am Montag wieder in die Schule gehen. Am Dienstag stand für die deutschen GAPPer schon der nächste Ausflug nach "Plimoth Plantation" an. Dies ist ein Freilichtmuseum, in welchem eine Siedlung der Pilgerväter, also der ersten Menschen, die nach Amerika fuhren, um dort zu leben, nachgebildet worden war. Im Vergleich dazu waren auch die Hütten der Indianer rekonstruiert worden, um den kulturellen Unterschied verstehen zu können.

Impressionen vom GAPP-Austausch 2017.

Auch wenn wir die meiste Zeit warme Temperaturen und Sonnenschein hatten und mein Gastvater es sogar als "warmest October since a very long time" beschrieben hat, fiel ein Programmpunkt wortwörtlich ins Wasser: der Hike, eine Art Wanderung, wobei wir die Natur und das Leben von Concord besser kennen lernen sollten.

Das letzte Wochenende in Amerika war für die Familien reserviert. Viele Gastfamilien hatten Ausflüge für ihre Gastschüler geplant und es war sehr schön, die letzten Tage mit ihnen zu verbringen, da man sich über den Monat in Amerika sehr an sie gewöhnt und sie auch lieb gewonnen hat. Am Tag der Abreise hätten wir eigentlich noch alle in die Schule gehen müssen. Doch in der Nacht von Sonntag auf Montag gab es einen schweren Sturm, der einen Stromausfall an der Schule verursachte. Das hat uns sehr gefreut, da man sich so noch in Ruhe von allen verabschieden konnte. Nichts desto trotz wurden beim finalen Abschied am Busbahnhof einige Tränen vergossen, da all diese ursprünglich fremden Menschen einem während des Schüleraustauschs sehr ans Herz gewachsen sind. Unser einziger Trost ist das Wiedersehen im Sommer 2018, worauf wir uns alle schon riesig freuen.

Von Carolina Schürger & Felix Kirch (Jgst. Q1)