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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2017 > Bericht vom 19.11.2017 ]

Ilka Schreier gewinnt Dr. Hans-Riegel-Fachpreis

Die Dr. Hans-Riegel-Stiftung vergibt jedes Jahr in den MINT-Fächern Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik drei jeweilige Fachpreise. In diesem Jahr gewann eine Schülerin unserer Schule, Ilka Schreier (Q2), von 15 Einsendungen NRW-weit den dritten Preis in Chemie für ihre Facharbeit mit dem Titel: "Qualitative Untersuchung des Alkoholgehalts bei Getränken, die als alkoholfrei deklariert worden sind". Ilka Schreier bekam für ihre Leistung sogar ein Preisgeld von € 200.

Die diesjährigen Preisträger/innen in Chemie mit ihrem Laudator (v.l.) PD Dr. Klaus Schaper, Prof. Dr. Ingeborg Henzler, Niklas Hölter (1. Platz), Ilka Schreier (3. Platz) sowie Jan Pütter (2. Platz).
Die diesjährigen Preisträger/innen in Chemie mit ihrem Laudator (v.l.)
PD Dr. Klaus Schaper, Prof. Dr. Ingeborg Henzler, Niklas Hölter (1. Platz),
Ilka Schreier (3. Platz) sowie Jan Pütter (2. Platz).

Vergeben wurden die Fachpreise an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, welche in Kooperation mit der Dr. Hans-Riegel-Stiftung junge wissenschaftlich interessierte Schüler/innen unterstützt. Man will gemeinschaftlich durch die Preise die Schüler/innen fördern und ihnen Anerkennung für ihre erbrachten Leistungen zollen sowie junge Talente entdecken und fördern.

Die Dr. Hans-Riegel-Stiftung ist seit dem Jahr 2000 gemeinnützig tätig. Gegründet wurde sie 1987 von Dr. Hans-Riegel Jr., dem Sohn des Gründers der Marke HARIBO. Er führte mit seinem Bruder diese Firma zu einer Weltmarke und möchte durch seine Stiftung Jugendliche unterstützen. Der Fachpreis wurde 2007 ins Leben gerufen und wird seitdem jedes Jahr in den MINT-Fächern verliehen. Durch die Kooperation mit zwölf Hochschulen ist der Fachpreis ein etablierter Bestandteil in der Bildungslandschaft. Die Aufgabe, welche sich die Stiftung selber stellt, ist, Kinder und Jugendliche von der Schule bis zur Hochschule zu begleiten und zu unterstützen und somit Schule, Wissenschaft und Wirtschaft zu verbinden. Der Fachpreis ist dabei nur eines von vielen Projekten der Stiftung.

Prof. Dr. Ingeborg Henzler, Ilka Schreier (3. Platz) sowie Laudator PD Dr. Klaus Schaper (v.l.n.r.).
Prof. Dr. Ingeborg Henzler, Ilka Schreier (3. Platz)
sowie Laudator PD Dr. Klaus Schaper (v.l.n.r.).

Im Folgenden lest ihr ein Interview mit Ilka Schreier:

Wie bist du auf die Idee für das Thema deiner Facharbeit gekommen?

Es hat mich zum Einen persönlich interessiert, da ich nicht viel Alkohol trinke, und zum anderen habe ich in Chemiebüchern und - unterlagen nachgeguckt. Dort war das Thema als Unterrichtsreihe gestaltet und ich dachte mir, dass ich darüber viel schreiben kann.

Wie sah der Ablauf deiner Facharbeit aus? Vor allem bezogen auf den Versuch, den man bei einer Facharbeit in Chemie durchführen muss.

Ich hatte mir zunächst Getränke herausgesucht, bei welchen die Untersuchung interessant werden könnte. Zum Beispiel auch, ob ein geringer Alkoholgehalt in Säften vorhanden sein könnte. Außerdem habe ich mich über die Herstellung von Malzbier und Fassbrause informiert, um zu gucken, ob es Sinn macht, damit den Versuch durchzuführen. Dann habe ich den Versuch durchgeführt, also die Getränke auf ihren Alkoholgehalt getestet. Danach habe ich ihn ausgewertet. Ich wusste schon im Vorhinein, was herauskommt, und ich kam mit meinem Versuch zumindest annähernd an die erwarteten Werte heran.

Und was war das Ergebnis deines Versuchs?

Ich habe einen Qualitativen Indikator verwendet. Ich konnte somit nicht den genauen Alkoholgehalt bestimmen, sondern nur an Hand eines Farbumschlags erkennen, ob der Alkoholgehalt hoch oder niedrig ist. So war das Ergebnis nicht wirklich handfest, so dass man sagen kann, in dem einen Getränk ist weniger und in dem anderen mehr Alkohol enthalten.  Aber Herr Corsten und ich haben dann die Farbproben verglichen und vor ein weißes Blatt Papier gehalten. Man konnte schon leichte Farbveränderungen feststellen. Bei Fassbrause, wo auf den Flaschen ein Alkoholgehalt von 0,00% steht, fand genau wie bei Malzbier, aber auch bei Säften ein leichter Farbumschlag statt. Jedoch war dieser bei den alkoholfreien Bieren deutlich stärker. Ich habe nachher die Ergebnisse zudem noch berechnet, da in den Getränken, wenn sie mit 0,00% etikettiert sind, sogar bis zu 0,0049% Alkohol enthalten sein kann.  Dann habe ich mit Hilfe dieser Ergebnisse berechnet, wie viel man zum Beispiel trinken müsste, um nicht mehr Auto fahren zu dürfen.

Wie bist du auf den Dr. Hans-Riegel-Fachpreis gekommen? Wusstest du vorher schon von dieser Stiftung?

Ich wusste vorher nur, dass Hans Riegel Bonn HARIBO ist. Meine Mutter hatte einen Flyer, da dieser Preis an Schulen bekannt gegeben werden soll.

Und dann hast du deine Facharbeit eingeschickt. Wie war denn der Ablauf später bei der Preisverleihung an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf?

Es war viel förmlicher und vor allem auch größer, als ich erwartet hatte. Zudem hat mich überrascht, dass verschiedene Sinfonie-Orchester gespielt haben. Und dann haben die einzelnen Professoren und Fachleiter der einzelnen Fächer Vorträge gehalten und immer wieder die Wichtigkeit der Unterstützung der Jugend betont. Man ist schließlich nach vorne gerufen worden und hat sich seinen Preis abgeholt. Vor allem war ganz nett, dass die ersten Plätze der jeweiligen Fachbereiche ihr "Werk" vorstellen mussten, und dabei war es sehr interessant, auch mal zu sehen und zu hören, was die anderen gemacht haben.

Generell steht die Stiftung ja für Jugendförderung, wobei dieser Fachpreis nur ein kleiner Teil der Tätigkeiten der Stiftung ist. Hast du nach dem Einschicken deiner Facharbeit mit einer Resonanz oder sogar mit einem Preis gerechnet?

Ich konnte vorher nicht einschätzen, wie viele Schüler ihre Facharbeiten einsenden. Die Einsendungen werden den kooperierenden Universitäten in der Umgebung zugeteilt, sodass sich die Einsendungen aufteilen. Ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, aber Herrn Corsten hat meine Facharbeit ja auch sehr gut gefallen und somit war es nicht unwahrscheinlich.

Hat der Fachpreis eine besondere Bedeutung für dich? Fühlst du dich durch den Preis bestätigt und ist es auch eine Motivation für dich, weiter wissenschaftlich tätig zu sein?

Ich fand es auf jeden Fall sehr gut und es hat mich sehr gefreut, für meine Facharbeit eine besondere Anerkennung zu bekommen. Vor allem finde ich das Alumni-Netzwerk interessant, wo man über Veranstaltungen informiert wird und sich mit anderen Schüler/innen austauschen kann. Man hat darüber die Möglichkeit, über Universitäten oder über verschiedenste wissenschaftliche Studiengänge ins Gespräch zu kommen.  Das hilft auf jeden Fall für die Zukunft, da man somit auch einige Kontakte bekommt.

Wo du dich so für wissenschaftliche Dinge und vor allem für Chemie interessierst, könntest du dir auch vorstellen, später etwas in diesem Bereich zu studieren?

Ich habe vor, Pharmazie zu studieren, was natürlich auch viel Chemie beinhaltet, und später dann in der Pharmaindustrie zu arbeiten.

Könntest du anderen Schüler/innen, die im Jahrgang 11 (Q1) ihre Facharbeit schreiben, empfehlen, ihre Facharbeit ebenfalls einzusenden, gerade auch weil wir eine MINT-Schule sind?

Ja, auf jeden Fall! Man hat sogar, bevor man die Facharbeit einschickt, noch Zeit, die Arbeit nach der Korrektur des Lehrers zu überarbeiten. Es schadet keinesfalls, denn man hat zudem die Möglichkeit, Geld zu gewinnen, aber auch Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln.

Von Bendikt Esser (Jgst. Q2)