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MINT-EC-Camp: Die Ökologie des Wattenmeeres

Segeltörn vom 24. bis 29. Juni 2018 im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer

"Ahoi: Wissenschaft auf hoher See" - unter diesem Motto stand das MINT-EC-Camp auf der Nordsee. Bewerber aus allen MINT-EC-Schulen hatten die Möglichkeit, an Bord des Segelschiffs "Windsbraut von Stade" auf ausgesuchte Inseln und Halligen in der Nordsee zu segeln und dabei mehr über die Ökologie im Wattenmeer zu lernen.

Insgesamt 11 Schülerinnen und Schüler von Schulen des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC konnten an dieser Reise teilnehmen. Organisiert wurde die gesamte Veranstaltung vom MINT-EC mit der in Husum ortsansässigen Herman-Tast-Schule und der Schutzstation Wattenmeer. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur unterstützt diese Projekte ebenfalls.

Impressionen vom MINT-EC-Camp "Meeresbiologie".

Das Camp startete in Husum, wo sich alle Teilnehmer zum ersten Mal trafen, um mit dem Bus nach Nordstrand - eine vorgelagerte Halbinsel nördlich von Husum - zu fahren. Bedingt durch die Tide war ein Einlaufen in Husum am Sonntagnachmittag nicht möglich. Die Nordsee und ihre Gezeiten gaben von Anfang an den Takt unserer Aktivitäten vor und es war frisch, um nicht zu sagen kalt.

In Nordstrand hatte die Windsbraut genug Wasser unter dem Kiel und wir konnten an Bord gehen. Die Crew hatte das erste Essen für uns vorbereitet und die Seefahrt konnte beginnen. Nachts fuhren wir mit günstiger Tide - also genug Wasser - hinüber nach Pellworm.

Segeltour bot uns neben Segeln und dem Leben an Bord ein abwechslungsreiches Programm aus Naturwissenschaft und Naturerkundung. Wir lernten viel über die im Wattenmeer lebenden Organismen, über das Watt insgesamt und über die Nordsee.

In unserer ersten Einheit erfuhren wir etwas über die Entstehung des Wattenmeeres, über die Rolle des Mondes bei der Entstehung von Ebbe und Flut und darüber, wie diese Regelmäßigkeit zustande kommt, über abiotische Faktoren und über den Deichbau, der zur Landsicherung vor Sturmfluten schützen soll.

Impressionen vom MINT-EC-Camp "Meeresbiologie".

Über abiotische Faktoren hatten wir alle schon eine Menge gehört, so dass wir diese anschließend in der Praxis unter die Lupe nahmen. In Kleingruppen wiesen wir verschiedene Nährstoffmengen nach, ermittelten die Temperatur sowie die Leitfähigkeit, den Sauerstoffgehalt und den Salzgehalt des Wassers.

Erste Erkundungen im Watt vor Pellworm wurden möglich, weil die Nordsee wieder ablief und wir zu einer Wattwanderung über den Meeresboden aufbrechen konnten. Organismen in ihrem natürlichen Lebensraum zu entdecken und die Dichte der Arten im Wattenmeer zu erkunden war unser Ziel.

Impressionen vom MINT-EC-Camp "Meeresbiologie".

Mit einer Segeltheoriestunde wurden wir auf die Tour von Pellworm nach Langeneß vorbereitet, damit wir neben dem Aufbau des Schiffes auch die verschiedenen Manöver bei unserem Törn ausführen konnten. Hier war echte Handarbeit gefragt und die Naturgewalten brachten uns ohne zusätzliche Hilfe an unser Ziel. Unsere Mithilfe beim Hissen der Segel war erwünscht und das machte uns sichtlich Spaß.

Impressionen vom MINT-EC-Camp "Meeresbiologie".

Vor Langeneß angekommen, ließen wir uns bei Niedrigwasser im Watt "trocken fallen", fuhren also keinen Hafen an, sondern lagen für 6 Stunden auf dem Meeresboden.

Diese Zeit nutzten wir für eine weitere Erkundungstour durch das umliegende Watt mit seinen Organismen. Mit Grabwerkzeug und Sammelbehältnissen wurden Felder (1 x 1 x 0,3 m) in unterschiedlichen Abständen zwischen Schiff und Hallig untersucht. Bei dieser Feldstudie ermittelten wir, wo welche Organismen in welcher Anzahl vorkamen. Die Ergebnisse wurden ausgewertet und wir fanden heraus, dass man verschiedene Watttypen anhand der Pigmentgröße, der Oberflächenbeschaffenheit und der dort vorhandenen Lebewesen feststellen kann.

Impressionen vom MINT-EC-Camp "Meeresbiologie".

Die verschiedenen Organismen bearbeiteten wir anschließend noch einmal ausführlich, indem wir Kurzvorträge zusammenstellten und die anderen Gruppen über unsere Ausarbeitungen aufklärten.

Um das WM-Fußballspiel nicht zu verpassen, segelten wir nach Hilligenley auf Langeneß, wo wir pünktlich zum Public Viewing ankamen. Leider war das Ergebnis im Spiel Deutschland gegen Südkorea enttäuschend.

Die Führung über die Hallig lenkte ab und die Salzwiesen brachten neue Erkenntnisse zu Flora und Fauna, die uns unser Skipper Helge genauer erklärte. Nach einem kurzen Stopp zur Vogelbeobachtung am Leuchtturm ging es zurück zum Schiff.

Für spätere Untersuchungen sammelten wir Wattbewohner. Da das Wetter sich optimal entwickelte, konnten wir sogar in der Nordsee schwimmen. Diese Abkühlung tat allen gut.

Anschließend führten wir verschiedene Versuche mit den gesammelten Organismen durch. Dabei untersuchten wir zum Beispiel die Reaktion von Strandschnecken auf unterschiedliche Salzgehalte und die Ruderbewegungen von Seepocken in unterschiedlichen Salzkonzentrationen. Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit der Reinigung von Wasser durch Miesmuscheln und deren Fadenbildung, um sich in der Umgebung festzuheften.

Impressionen vom MINT-EC-Camp "Meeresbiologie".

Mit unserem letzten Törn steuerten wir wieder den Hafen in Husum an und werteten unterwegs die Ergebnisse der Versuche aus, um die Teilergebnisse den anderen Gruppen vorzustellen. Gemeinsam die Segel einzpacken und das Deck "hafenrein" schrubben bedeutete auch unsere Rückkehr an Land.

Impressionen vom MINT-EC-Camp "Meeresbiologie".

In einem letzten Plenum tauschten wir uns abschließend über die Tour aus und bekamen unsere Teilnehmerzertifikate überreicht. Mit dem Festmachen in Husum ging eine tolle Woche auf der Windsbraut viel zu schnell zu Ende und die Gruppe musste sich verabschieden.

Glücklicherweise habe ich die Möglichkeit bekommen, an diesem Nordseecamp teilzunehmen - dafür herzlichen Dank! Das Camp war super organisiert, bot uns tolle Eindrücke und eine wertvolle Erfahrung fürs Leben.

Von Julia Wingertszahn (Jgst. Q1)
Fotos: MINT-EC & privat