MINT-EC-Schule

MINT-EC-Cluster Medizinphysik

Cambridge-Zertifikate

Aktion Tagwerk
 

[ Berichte > Berichte für das Jahr 2020 > Bericht vom 05.02.2020 ]

Was kommt nach dem Abitur? Zwei ehemalige Schüler des MKG Wegberg erzählen

Am Freitag, dem 31.01.2020, kamen Julia Wingertszahn und Robin Scheffler, zwei Schüler des Abiturjahrgangs 2019, zu Besuch an ihre alte Schule, um der Jahrgangsstufe EF von ihrem Studium zu erzählen. Dafür hatten Frau Hauptstock und Herr Friedrich ihnen einen Teil ihrer Unterrichtszeit zur Verfügung gestellt.

Das Interessante an ihrem Studium ist, dass sie nicht an einer regulären staatlichen Universität studieren, sondern, ganz anders als viele Schüler es sich vorstellen, an einer privaten Uni, der DAA Wirtschaftsakademie in Düsseldorf. Das bedeutet, dass man nicht gemeinsam mit 500 anderen Studenten in einem möglicherweise überfüllten Hörsaal sitzt und der Vorlesung des Dozenten folgt, sondern dass man, ähnlich wie man es von der Schule kennt, in kleineren Lerngruppen von ungefähr 25 Studenten unterrichtet wird. In den seltensten Fällen muss man außerhalb der Schulzeit von etwa fünf bis acht Stunden täglich noch Hausaufgaben oder sonstige Arbeiten erledigen. Die Studenten haben auch die NRW-Ferienzeiten und während des ersten Teils des Studiums wird eine Fahrt nach England organisiert, um die englische Partneruniversität kennenzulernen.

Durch die überschaubare Klassengröße wird ein gewisser Druck von außen auf die Studenten gewährleistet, so dass ein Schwänzen von Vorlesungen oder ein Aufschieben von Klausuren nicht wie vielleicht bei staatlichen Universitäten möglich ist.

Zunächst werden die Studenten zwei Jahre lang intensiv in den Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre ausgebildet und auf einen späteren Englandaufenthalt vorbereitet. Dabei werden verschiedenste Zertifikate in Englisch (IELTS) und Informatik (Microsoft Office, SAP) erlangt, ein Unternehmenspraktikum absolviert und ein kaufmännischer Berufsabschluss erreicht. Im Anschluss folgt ein einjähriger Auslandsaufenthalt in Lancaster, bei dem die Studenten an der University of Cumbria an verschiedensten Praxisprojekten arbeiten und an ihrer Bachelorarbeit schreiben können. Auch während dieser Zeit wird dafür gesorgt, dass die Studierenden genug Freizeit haben und diese beispielsweise zur Ausübung von Sportarten oder zur Erkundung britischer Städte wie Manchester oder Edinburgh nutzen können.

Nachdem sie dann den Bachelor of Arts im International Business Management erreicht haben, können die Studierenden entscheiden, ob sie in England bleiben und dort ihren Master innerhalb von etwa 12 Monaten schreiben möchten, ob sie nach Düsseldorf zurückkehren und ihre Masterarbeit dort in etwa 24 Monaten schreiben oder ob sie direkt nach Abschluss des Bachelors in den Beruf einsteigen möchten.

Was die beiden ehemaligen Schüler Julia und Robin besonders an ihrem Studium an der DAA Wirtschaftsakademie reizt, sind nicht nur die geschilderten geregelten Arbeitszeiten während des Studiums und die Vielzahl an Erfahrungen, die man dort sammeln kann, sondern auch die vielfältigen Berufsmöglichkeiten, die man nach Vollendung des Studiums hat. So kann man als BWL-Student Geschäftsführer, Pressesprecher, Marketingmanager, Personalleiter, aber auch Unternehmensberater werden und das in den verschiedensten Unternehmen. So kann man also zum Beispiel auch als naturwissenschaftlich interessierter Mensch später Unternehmensberater in einem Biotechnik-Unternehmen werden, wie Julia Wingertszahn erzählt, und kommt so auch als BWL-Student mit der Naturwissenschaft oder auch jedem anderen Bereich in Kontakt.

Während Julia durch den YouTube-Imagefilm der DAA auf den Studiengang aufmerksam wurde, wurde Robin Scheffler bei der Job Info Live, die jedes Jahr bei uns an der Schule stattfindet, angeworben. Daher betonten beide auch mehrfach, wie wichtig es sei, das Angebot der Job Info Live zu nutzen und sich dort, aber auch im Internet, selbstständig über Berufs- und Studienangebote zu informieren, um seinen Traumberuf zu finden. Dabei würde es sich durchaus lohnen, sich nicht nur an den großen Universitäten zu orientieren, sondern auch andere Studienangebote in Betracht zu ziehen.

Im Interview plauderten die beiden schließlich aus dem Nähkästchen und verrieten weitere Tipps, um ein geeignetes Studienfach zu finden. Uns Schülerinnen und Schülern rieten sie zu überlegen, was uns interessiert, was unsere Stärken sind und was wir allgemein "für ein Typ" sind. Wenn man beispielsweise eher ein ruhigerer Typ sei, sollte man ihrer Meinung nach eher nicht BWL studieren, da dort eher die "Rampensäue" gesucht würden. Grundsätzlich sollte man sich bei der Studienwahl zwar nicht auf die Fächerpräferenzen in der Schulzeit verlassen, aber wenn man ein Schulfach gar nicht mag oder kann, sollte man Studienfächer und Berufe, die etwas mit diesem Fach zu tun haben, besser ausschließen. Vom späteren Verdienst sollte man sich jedoch nicht irritieren lassen, denn der Beruf sollte unabhängig vom Gehalt Spaß machen. Einen Beruf, der keinen Spaß macht, würde man sicher nicht lange ertragen, meinten die beiden Studenten. Des Weiteren sollte man immer die Augen aufhalten und, auch wenn man schon weiß, was man nach dem Abitur machen möchte, stets einen Plan B im Hinterkopf behalten. Wer kurz vor dem Abi steht und trotz aller Ratschläge immer noch nicht weiß, was er studieren möchte, oder wer weiß, dass er den nötigen Numerus Clausus für sein Wunschstudienfach nicht erreichen wird, der könne auch erst eine Ausbildung machen und im Anschluss daran studieren. Die Ausbildungszeit könnte man nutzen, um sie sich als Wartesemester anrechnen zu lassen oder darüber nachzudenken, ob die in der Ausbildungszeit kennengelernte Berufsrichtung etwas fürs Leben sei. Außerdem könne man das "Taschengeld", das man in der Ausbildung verdient, als erste finanzielle Grundlage nutzen.

Zuletzt erzählten die beiden ehemaligen MKGler noch, wie sich bis jetzt der Kontakt in ihrer alten Jahrgangsstufe aufrechterhält. Zu einigen, mit denen man auch zu Schulzeiten wenig Kontakt hatte, verliere sich der Kontakt natürlich leicht und auch der Kontakt zu Leuten im Ausland sei schwer zu halten, aber zu engeren Freunden und innerhalb der "Malle-Gruppe", also zu Abiturienten, die nach dem bestandenen Abitur gemeinsam auf Mallorca Urlaub gemacht hätten, gebe es definitiv noch Kontakt und es fänden immer noch regelmäßig Kurstreffen statt, erzählten Julia Wingertszahn und Robin Scheffler. Ein weiterer Faktor, der diesen engen Zusammenhalt der Ehemaligen bestärke, scheine auch unsere vergleichsweise kleine, eher ländliche Schule zu sein, an der jeder jeden kenne und auch die Familien der Schüler oft miteinander bekannt oder befreundet seien.

So kommen beide Ehemalige zu dem Schluss, dass sie unsere große "Schul-Familie" nicht missen wollen und auch im Rückblick keine andere Schule als die unsere besucht haben wollen.

Von Elisabeth Brenner (Jgst. Q1)