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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2020 > Bericht vom 14.02.2020 ]

Kommunalpolitik hautnah miterleben - Wegberg Schüler im Gespräch mit Politikern

Welt- und Bundespolitik und aktuell die weltweite Klimadiskussion - das sind Themen an vielen Schulen. Kommunalpolitik führte bislang eher ein Schattendasein, schien für viele Schüler wohl auch nicht gerade cool. Dabei betrifft sie jeden Bürger, auch die Jugendlichen, zumal gerade etwa die Ausstattung der Schulen ein Thema ist, das Lokalpolitiker entscheidend mitgestalten können. Das machte auch der stellvertretende Bürgermeister Georg Schmitz (CDU) deutlich. Er ist Anreger des Projekts "Kids - Kommunalpolitik in der Schule", das Vorbilder in Viersen und Übach-Palenberg hat. "Das müssen wir auch in Wegberg machen", sagte er sich - und den Schülern der weiterführenden Schulen der Stadt bei der Auftaktveranstaltung im Maximilian-Kolbe-Gymnasium.


Schülersprecher und Schulleiter im Gespräch mit Vertretern der Wegberger
Stadtpolitik bei der Auftaktveranstaltung von "KidS - Kommunalpolitik in
der Schule". (RP-Foto: Ruth Klapproth)

Bei den Kollegen aller Fraktionen im Wegberger Stadtrat und den Schulleitungen war Schmitz schnell auf Unterstützung gestoßen. Denn es soll bei KidS nicht um Parteipolitik oder plakative Wahlwerbung im Jahr der Kommunalwahl gehen, sondern darum, Politiker mit Schülern ins Gespräch zu bringen und Jugendlichen ganz praktische Einblicke in die Arbeit der Kommunalpolitiker zu geben. So konnten sich Interessierte direkt für die Teilnahme an einer der Sitzungen der im Stadtrat vertretenen Parteien/Wählergemeinschaften anmelden, die am 2. März tagen, um den Ausschuss für Bildung, Integration und Soziales vorzubereiten. Auch Wunschthemen konnten auf den Zetteln vermerkt werden. Einen ganz schönen Stapel von Anmeldungen nahmen die moderierenden Schülersprecher Nick Czorniczek, Florian Wagner und Ben Schellkes entgegen. Das Interesse scheint also da. Weiter geht es dann mit der Teilnahme am Ausschuss (10. März) und der Ratssitzung am 13. März.

"Ich habe mich schon in meiner Jugend dafür interessiert, was um mich herum passiert", sagte Schmitz nach der Begrüßung durch Maj Kuchenbecker, Leiterin des Gymnasiums. Anschließend erläuterte er in einigen wichtigen Stichworten den Stadtrat und seine Funktionen. 36 Ratsmitglieder hat Wegberg, sechs Fraktionen. Wie Schmitz sahen auch die Schülersprecher die Kommunalpolitik als Chance, "mitzugestalten, was in Wegberg geschieht, und etwas zu bewegen", zumal man ab 16 Jahre an der Kommunalwahl teilnehmen und ab 18 in den Rat gewählt werden könne.

In einer ersten Runde baten die Moderatoren Bürgermeister Michael Stock und die Vertreter der Ratsparteien am Podium, sich und ihre Motivation vorzustellen. "Ich habe mich nicht wohlgefühlt, wenn andere über mich entscheiden, und wollte selbst mitmischen", sagte etwa Petra Otten (CDU). Mit anderen Worten, aber ganz ähnlich, äußerten sich Ralf Wolters (SPD), Joachim Bobert (Aktiv für Wegberg), Heinz Nießen (FDP), Christiane Merz-Valsamidis (Grüne) und als jüngster Teilnehmer der Runde Tobias Becker (Linke, fraktionslos), der sich an seine gar nicht so lange zurückliegende Zeit als Schülervertreter am "Kolbe" erinnerte. "Ich sah unsere Generation zu wenig einbezogen." Also wurde er aktiv. Wie für Bürgermeister Stock begann die Lust am Engagement bei vielen in der Runde schon zu Schul- und Studienzeiten. Nicht nur zu meckern, sondern auch mitzugestalten, sei wichtig, warben auch die Schulsprecher. Während Ralf Wolters (SPD) den ehrenamtlichen Einsatz, in und außerhalb der Politik, hervorhob. "Ohne den funktioniert die Gesellschaft nicht."

Als Themenschwerpunkt hatten die Moderatoren die Digitalisierung der Wegberger Schulen gewählt. Konsens bei allen Politikern am Podium: Es muss sich in den kommenden zwei Jahren einiges bewegen, um die Schulen digital zukunftsfest zu machen. Bürgermeister Stock nannte 1,7 Millionen Euro, die in Netzanschlüsse und WLAN-Ausstattung fließen werden.

Drei Wegberger Schulen machen mit

KidS ist ein Projekt von Stadtrat und weiterführenden Schulen. Für die Stufen 10 und 11 des Gymnasiums ist die Teilnahme Pflicht, 9 und 10 sind eingeladen. 21 Jugendliche kamen von der Hauptschule, sechs von der Realschule.

Von Angelika Hahn
Rheinische Post, 14.02.2020