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Aktion Tagwerk
 

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Aktion Tagwerk 2020

Am 07.10.2020 fand am Maximilian-Kolbe-Gymnasium wie in jedem Jahr wieder die "Aktion Tagwerk - Dein Tag für Afrika" statt. Nur diesmal unter ganz anderen Bedingungen.

Wie jedes Jahr verbrachten die Zehntklässler*innen unserer Schule einen Tag vor den Herbstferien in einem Unternehmen, um Berufserfahrung und Geld für ein von der Schule ausgewähltes Hilfsprojekt in Afrika zu sammeln. Unsere Schule hat sich dabei für die Partnerorganisation unserer AG "All4All" "Where Rainbows meet" in Südafrika entschieden.

Ida Kuchenbecker und Christopher Schräder erzählen, wie es ihnen an "ihrem Tag für Afrika" ergangen ist.

Ida verbrachte den Tag im Forschungszentrum in Jülich in der Abteilung "Grafische Medien". Diese Abteilung stellt zur Dokumentation von Forschungsergebnissen oder Besuchen von Politiker*innen und Vorstandsmitgliedern, aber auch zu Werbungszwecken Bilder für das Forschungszentrum her.

An diesem Tag bekam sie Einblicke in drei der Unterabteilungen dieser Abteilung:

Eine Abteilung organisiert die Bildaufträge, die vom Forschungszentrum bzw. als Privataufträge von Angestellten des Forschungszentrums eingereicht werden und leitet sie an die anderen Abteilungen weiter, eine andere ist für den Druck der Fotos zuständig und eine dritte kopiert und rahmt die Bilder. Da in den Abteilungen mit teils großen Maschinen und Computern gearbeitet wird, würde es eine längere Zeit in Anspruch nehmen, um einen Außenstehenden so anzulernen, dass er eine der Maschinen selbst bedienen könnte. Daher konnte Ida nur "mitgehen und zuschauen", aber dennoch wurde es nicht langweilig, da sie ein Foto von sich aussuchen durfte und anhand dessen den Prozess vom Druck zum Rahmen nachvollziehen konnte und auch die Gelegenheit hatte, ein Gespräch mit einem Fotografen der Abteilung zu führen, was für sie, die später beruflich in die Film- und Fotoindustrie einsteigen möchte, eine interessante Möglichkeit der Berufsinformation darstellte.

Zum Konzept von Aktion Tagwerk sagt Ida, dass ihr das grundlegende Prinzip, dass man etwas aktiv tun kann, anstatt einfach die Eltern einen Betrag spenden zu lassen, und man dazu Berufserfahrung sammelt, sehr gut gefalle. In der Umsetzung gebe es allerdings bei vielen Schüler*innen Probleme bei der Suche einer Stelle, da eine ungelernte Arbeitskraft für einen Tag mehr eine Belastung als eine Hilfe sei und viele Betriebe den Schüler*innen daher für diesen Tag kein Geld geben möchten, einige nehmen gar nicht erst jemanden auf. Corona verschärft diese Situation in diesem Jahr noch. Ein weiteres Problem ist, dass es sich bei dem "Tag für Afrika" um einen normalen Werktag handelt, was bedeutet, dass die Eltern ihre Kinder nicht an weiter entlegene Orte fahren können, da sie selbst zur Arbeit müssen.

Viele Schüler*innen besuchen daher entweder den Arbeitsplatz ihrer Eltern oder aber einen anderen, werden dann aber von ihren Eltern statt von dem Unternehmen "bezahlt".

Eine Lösung für dieses Problem, so schlägt Ida vor, sei eine bessere Organisation von Seiten der "Aktion Tagwerk", indem sie mit bestimmten Unternehmen oder Organisationen kooperiert und somit Anlaufstellen für die Schüler*innen schafft.

Idas Erlebnisse dieses Tages sind ein gutes Beispiel dafür, dass sich die "Aktion Tagwerk" für jede/n Schüler*in lohnen kann, auch wenn er/sie nicht seine/ihre Wunschtätigkeit ausführen kann. Anfangs war Ida nämlich gar nicht begeistert von ihrer Stelle und nahm diese eher notgedrungen über einen Kontakt ihres Vaters an, da ihre "Wunschstelle", die Grundschule in Wegberg, aufgrund des dort geltenden Corona-Konzeptes keinen der Schüler*innen aufnehmen durfte und keine geeigneteren Stellen für diesen Tag für Ida verfügbar waren. Im Nachhinein gesehen war dieser Tag jedoch ein Erfolg für sie: Sie bekam einen guten Einblick in den Beruf eines Fotografen am Forschungszentrum, konnte staunen, wie groß die Vielfalt der Berufe und Aufgaben innerhalb dieser einen Abteilung in Jülich ist, und konnte auch feststellen, dass die Arbeit mit Maschinen ihr nicht gefällt, was, wie sie erzählt, auch hilfreich bei der Berufswahl sei: Zu wissen, was beruflich für jemanden nicht in Frage kommt.

Ein weiteres Plus am Forschungszentrum Jülich sei in ihren Augen, dass eine Abteilung sehr viele, teils sehr verschiedene Unterabteilungen hat und sie mit einem einzigen Tag somit gleich Einblick in mehrere Berufsfelder erhielt.

Auch Christopher hatte einen sehr interessanten Tag in der Praxis seines Vaters, umgeben von netten Menschen, die ihn freundlich in ihren Berufsalltag integrierten. Obwohl das Praktikum als Arzt dort aus Schweigepflicht-rechtlichen Gründen für einen Tag nicht möglich war, bekam er doch als Sprechstundenhilfe einen tieferen Einblick in das Berufsbild. Zwar habe auch er nicht viel selbst machen dürfen/können, da ein Tag dafür einfach zu kurz ist, aber er habe auch nicht mehr erwartet, so erzählt Chistopher, und der Einblick in ein ihm fremdes Tätigkeitsfeld allein habe den Tag schon lohnenswert gemacht: Er bekam auf diese Weise einen zwar kleinen, aber dennoch interessanten Einblick in ein Berufsfeld, das er sich sonst nicht angesehen hätte, da er ein zweiwöchiges Praktikum lieber in einem von ihm angestrebten Beruf, dem als Arzt, machen werde. So könne die "Aktion Tagwerk" auch eine Chance sein, den Schüler*innen, die am Gymnasium normalerweise darauf aus sind zu studieren, Ausbildungsberufe nahe zu bringen, die sie sonst nie in Erwägung gezogen hätten.

Von Elisabeth Brenner (Jgst. Q2)