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[ Berichte > Berichte für das Jahr 2021 > Bericht vom 18.03.2021 ]

Schulen setzen Selbsttests erfolgreich ein

In den Einrichtungen des Erkelenzer Landes kommen bereits Selbsttests zum Einsatz. Die Erfahrungen sind bislang durchweg positiv. Am Montag startete der Wechselunterricht für alle Jugendlichen auch an den weiterführenden Schulen.


Auch die Schüler der Klasse 6c des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums in Wegberg
sind wieder im Unterricht mit Stephanie Gatzen. (RP-Foto: Ruth Klapproth)

Die Schüler der Klasse 6c des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums und Lehrerin Stephanie Gatzen sind bestens gelaunt. Sie haben zum Auftakt des ersten Tags im Wechselunterricht für alle Klassen einen Corona-Selbsttest gemacht - und alle Tests sind negativ ausgefallen. Jetzt kann es endlich wieder losgehen mit dem Präsenzunterricht in der Schule - bisher war dies an den weiterführenden Schulen im Erkelenzer Land den Schülern der Abschlussklassen vorbehalten.

Im Erkelenzer Land sind viele Schüler schon mit der Handhabung der Selbsttests vertraut. Der Kreis Heinsberg hat die Selbsttests als einer der ersten Landkreise in NRW angeboten und setzt an den Grundschulen und in den Abschlussklassen bereits seit dem 8. März auf das einheitliche Screening-Verfahren. 160.000 Corona-Selbsttests hatte der Kreis Heinsberg dazu aus eigener Initiative beschafft. Eine Nachbestellung in einer Menge von zusätzlich 100.000 Stück befindet sich in der Abwicklung. Diese Test-Kits werden nach Angaben der Kreisverwaltung ergänzend beschafft für Testungen der übrigen Schulklassen, die am Montag (15. März) ebenfalls den Präsenzunterricht aufgenommen haben. Für die ersten 160.000 Selbsttests hat der Kreis Heinsberg nach eigenen Angaben 733.000 Euro gezahlt, für die Nachbestellung werden weitere 446.000 Euro fällig. Der Kreis Heinsberg, der allen Schulen die Tests kostenlos zur Verfügung stellt, prüft derzeit Möglichkeiten der Refinanzierung. Das Kontingent reicht aus, um jedem Schüler und Lehrer bis zu den Osterferien zwei Tests pro Woche anbieten zu können. In Kindertagesstätten wird den Betreuungskräften ebenfalls zweimal wöchentlich dieser Selbsttest angeboten. Die Testung erfolgt auf freiwilliger Basis.

"Die Schüler haben sich gefreut, wieder in ihren Klassenräumen sitzen zu dürfen und ihre Schulfreunde wiederzusehen", berichtet stellvertretende Schulleiterin Petra Negwer. Der Wechselunterricht sieht am Wegberger Gymnasium das Modell Montag, Mittwoch, Freitag, Dienstag, Donnerstag vor. Das bedeutet, dass sich jeweils eine Hälfte der Schüler in den Klassenräumen befindet, die andere Hälfte von zu Hause aus im Homeschooling unterrichtet wird. "Für uns Lehrer bedeutet das eine Doppelbelastung", erklärt Petra Negwer, die sich wünscht, dass die Schulen mehr und mehr wieder in den Normalbetrieb übergehen können, auch wenn dies angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen zurzeit eher unwahrscheinlich sei. Die Selbsttests sind ihrer Meinung nach aber ein sehr gutes Mittel, um zumindest teilweise Präsenzunterricht wieder möglich zu machen. "Die Testungen in den Schulen laufen bislang ohne Probleme und geben uns Sicherheit."

Wo genau die Testungen bei den Schülern des Cornelius-Burgh-Gymnasiums in Erkelenz stattfinden werden, steht noch nicht fest. Die Tests bis zu den Osterferien sind bereits ausgeteilt und den Schülern mit nach Hause gegeben worden. Das habe den Vorteil, dass wenn zu Hause ein Test positiv ausfalle, der Schüler nicht auf dem Weg zur Schule weitere Kontakte hätte, sagt Schulleiter Peter Boidol. Er ist mit dem Start grundsätzlich zufrieden.

Die meisten Schüler und Eltern freuen sich, dass die Kinder vermehrt in den Präsenzunterricht zurückkehren können, wenn auch eingeschränkt. "Manche Eltern haben Ängste, das Kind zu schicken, doch es gilt die Schulpflicht", sagt er. Und zu dieser gehört auch der Sportunterricht, der ebenfalls stattfindet. Am Cornelius-Burgh-Gymnasium wird ebenfalls täglich getauscht.

Die Europaschule in Erkelenz hingegen verfolgt eine andere Strategie. Dort sind die beiden Gruppen im wöchentlichen Wechselsystem dran. "Das haben wir mit den Eltern abgestimmt", sagt Schulleiterin Silvia Rudig. Für die Schule sei dieses System auch einfacher umzusetzen. "Für die Tests brauchen wir eine Einverständniserklärung der Eltern", sagt sie. Sobald diese vorliege, können die freiwilligen Tests des Kreises genutzt werden. "Die Bereitschaft dazu scheint sehr groß zu sein", sagt sie erfreut. Die Schüler gingen damit sehr verantwortungsbewusst um.

So funktionieren die Selbsttests

Es wird ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum genommen und mit einer Flüssigkeit auf einen Teststreifen gegeben. Dieser reagiert auf Eiweißbestandteile des Virus und zeigt dies durch Verfärbung nach etwa 15 bis 30 Minuten an. Bei positivem Ergebnis sollte ein ein PCR-Test gemacht werden.

Von Michael Heckers und Marvin Wibbeke
Rheinische Post, 16.03.2021