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Wer war Maximilian Kolbe?

Am 7. Januar 1894 wurde Rajmund Kolbe als zweiter Sohn von Marianna und Juliusz Kolbe, einem einfachen Arbeiter, geboren. Ab 1904 besuchte er die Handelsschule. Als er die Schulzeit 1907 beendet hatte, ging er in das kleine Seminar der Franziskaner in Lhow (Lemberg) und studierte dort zusammen mit seinem Bruder. 1910 trat er als Frater Maksymiljan endgültig dem Franziskanerorden bei und legte 1911 die zeitlichen und 1914 die feierlichen Ordensgelübde ab. 1917 ereilte ihn eine Lungenerkrankung, die ihm Zeit seines Lebens zu schaffen machte. Trotzdem wurde er am 28. April 1918 zum Priester geweiht. Auf Grund der Krankheit konnte er monatelange Kuraufenthalte in Zakopane und Nieszawa nicht vermeiden.

1922 gründete er in Grondo eine Druckerei und gab die erste Ausgabe seiner religiösen Zeitung "Ritter der Unbefleckten" heraus. 1927 erkrankte er wieder und wurde nach Zakopane zur Heilbehandlung gebracht. Im gleichen Jahr gründete er aber noch das Kloster Niepokalanow, das zum größten Kloster und Pressezentrum Polens wurde.

1930 reiste er mit vier Ordensbrüdern nach Japan und versuchte dort seine Mission weiter zu tragen. Sein Japanaufenthalt endete 1936.

Im Dezember 1938 besaß er vier Zeitungen: "Ritter der Unbefleckten", eine Zeitschrift für Jugendliche und Kinder, eine Tageszeitung und eine Zeitschrift für kleinere Kinder.

Am 1.September 1939 begann der Zweite Weltkrieg mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen und schon am 6. September mussten viele Brüder Maximilians Kloster verlassen, das damals 772 Mitbrüder hatte. Die Übrigen wurden am 19. September zusammen mit Maximilian Kolbe verhaftet und in verschiedene Lager gebracht. Da man aber gegen ihn nichts vorbringen konnte, wurde er am 8. Dezember 1939 wieder freigelassen. Aber seine Freiheit dauerte nicht lange an; schon am 17. Februar 1941 wurde er erneut von der Gestapo verhaftet, da man entdeckt hatte, dass Kolbe im weiten Gelände seines Klosters - eher schon kleinen Stadt - bis zu 2000 Juden versteckt hatte. Nach seiner Inhaftierung in mehreren Warschauer Gefängnissen wurde er dann am 28. Mai 1941 ins Konzentrationslager Auschwitz gebracht. Dort musste er mit vielen anderen die harten Arbeiten und Qualen durchstehen. Hinzu kamen die Leiden infolge seiner Lungenerkrankung.

Im Juli 1941 floh ein Insasse der Baracke, in der auch Maximilian Kolbe untergebracht war. Dafür sollten zehn Gefangene umgebracht werden, darunter auch der Familienvater Franz Gajowniczek. Maximilian Kolbe aber stellte sich an seiner statt zur Verfügung und der Lagerkommandant akzeptierte das Angebot Kolbes. Nachdem er mehrere Tage mit den anderen Opfern in einem Hungerbunker verbrachte, wurde er am 14. August 1941 mit einer Spritze getötet. Einen Tag später, am Fest Maria Himmelfahrt, wurde sein Leichnam verbrannt.

Am 10. Oktober 1982 wurde Pater Maximilian Kolbe im Petersdom von der Katholischen Kirche heilig gesprochen.



Welche Bedeutung kann Maximilian Kolbe für unsere Schule haben?

In einer Zeit, in der rechtsradikale, fremdenfeindliche und rassistische Aktivitäten wieder rasant ansteigen, ist das Gedenken an einen Mann wie Maximilian Kolbe von besonderer Bedeutung. Er gibt uns ein Beispiel, dass wir im anderen den Menschen mit seinen Schwierigkeiten und Problemen sehen und nicht den Juden, Türken oder Asylbewerber.

Eine Schule, die sich den Namen Maximilian Kolbe gegeben hat, hat die ihr anvertrauten Schülerinnen und Schüler so zu erziehen, dass sie fähig werden, Zivilcourage zu zeigen und sich gegen rechtsradikales Denken und rechte Gewalt einsetzen Den Schülerinnen und Schülern soll im Schulalltag immer wieder bewusst gemacht werden, dass Gewalt keine brauchbare Form der Konfliktlösung ist, sondern andere Formen der Konfliktbewältigung zu einer dauerhaften Lösung von Schwierigkeiten führen können. In einer Zeit, in der sich Deutschland - insbesondere die deutsche Wirtschaft - schwer tut, ein sinnvolles Entschädigungsprogramm für ausländische Zwangsarbeiter während der NS-Diktatur in Gang zu bringen, engagieren sich die Schülerinnen und Schüler seit der Namensgebung bei der Wiedergutmachung gegenüber ehemaligen polnischen und anderen osteuropäischen NS-Opfern/ KZ-Häftlingen durch die Unterstützung des Maximilian-Kolbe-Werkes und zeigen damit, dass der Name Maximilian Kolbe auch Konsequenzen für das Handeln der Schule hat.

Hans-Jürgen Knubben