2. Französisch in Sekundarstufe I
Anmerkung: In der folgenden Darstellung wird z.T. auf die behördlichen Grundlagen unseres Curriculums verwiesen (z.B. Kernlehrplan; Richtlinien und Lehrpläne, Abiturvorgaben). Die genauen Angaben dazu finden Sie in Abschnitt 4.
Im Kontext der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung Europas gewinnt die Erziehung zur Mehrsprachigkeit zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund stellen sich die besonderen Anforderungen und die Leitprinzipien des Französischunterrichts wie folgt dar (vgl.: Kernlehrplan G8, S. 11f):
a) Anforderungen an den Französischunterricht:
die Stärkung der Anwendungsorientierung und des lebensweltlichen Bezugs im funktionalen Zusammenhang mit der Grundlegung eines wissenschaftsorientierten Arbeitens,
die Stärkung der mündlichen Kommunikationsfähigkeit,
die Erweiterung landeskundlicher Kenntnisse zu interkultureller Handlungskompetenz,
die Internationalisierung fremdsprachlicher Standards, die sich an den Referenzniveaus des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) orientieren.
b) Leitprinzipien:
systematische Entwicklung funktionaler kommunikativer Kompetenzen (Hörverstehen/Hör-Sehverstehen, Sprechen, Leseverstehen, Schreiben und Sprachmittlung)
Anwendungsbezug der kommunikativen Kompetenzen auf Verwendungssituationen im Alltag, in der Aus- und Weiterbildung sowie in Situationen der berufsorientierten Kommunikation
systematische Entwicklung interkultureller Kompetenzen (Basis eines Orientierungswissens zu exemplarischen Themen und Inhalten; Verständnis für andere kulturspezifische Denk- und Lebensweisen, Werte, Normen und Lebensbedingungen; Fähigkeit eigene Sichtweisen, Wertvorstellungen und gesellschaftliche Zusammenhänge mit denen frankophoner Kulturen tolerant und kritisch vergleichen zu können)
systematische Entwicklung methodischer Kompetenzen (Arbeiten mit Sachtexten und einfacheren literarischen Texten sowie mit Medien; aufgabenbezogene, anwendungsorientierte Produktion von gesprochenen und geschriebenen Texten; Formen des selbstgesteuerten und kooperativen Sprachenlernens, auch als Grundlage für den Erwerb weiterer Sprachen)
Zur Veranschaulichung der Kompetenzen dient folgendes Diagramm aus dem Kernlehrplan G8 (S. 19):
Im Französischunterricht wird der jeweilige Lernstoff nicht isoliert vermittelt, sondern auf die folgenden, im Kernlehrplan (S. 20) ausgewiesenen Verwendungssituationen bezogen:
Persönliche Lebensgestaltung
Ausbildung/Schule/Beruf
Gesellschaftliches Leben
Frankophonie, Regionen, regionale Besonderheiten
Lehrwerke und Unterrichtsmaterialien in der Sekundarstufe I
Zunächst folgender Hinweis: Die Qualität des Französischunterrichts ist nicht daran zu messen, ob ein bestimmtes Lehrbuch innerhalb eines bestimmten Zeitraumes von vorne bis hinten lückenlos "durchgenommen" wurde. So werden auch im Kernlehrplan die Vorgaben in der Weise formuliert, dass angegeben wird, was die Schülerinnen und Schüler am Ende der Jahrgangsstufen 6, 8 und 9 können sollen (= Kompetenzen) - und nicht, welche Texte und Materialien sie in den jeweiligen Schuljahren durchgearbeitet haben müssen.
Als Lehrwerke der Sekundarstufe I sind an unserer Schule z.Z. eingeführt:
Découvertes (Klett-Verlag), Band 1 bis 4 für Französisch als 2. Fremdsprache ab Klasse 6
Cours Intensif (Klett Verlag), Band 1 und 2 für Französisch als 3. Fremdsprache ab Klasse 8
Neben den Schülerbänden werden dabei die begleitenden Materialien (z.B. CDs, Folien) sowie in der Regel (v.a. in den unteren Lernjahren) das jeweilige Cahier d'activités (Arbeitsheft) in die Unterrichtsarbeit einbezogen.
Zusätzliche, von dem jeweiligen Fachlehrer/der jeweiligen Fachlehrerin ausgewählte oder erstellte Materialien ergänzen den Unterricht im Sinne der gezielten Umsetzung einzelner Kompetenzen des Kernlehrplans (z.B. Hörtexte, Videoausschnitte, Übungsaufgaben, Materialien zur berufsorientierten Kommunikation etc.). Die Auswahl richtet sich dabei nach den speziellen Bedürfnissen der Schülergruppen und wird daher von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein.
Französisch als 2. Fremdsprache (F6)
Der Französischunterricht ab Jahrgangsstufe 6 zielt darauf ab, den Schülerinnen und Schülern eine umfassende Handlungsfähigkeit im Alltag und in sach- und themenorientierten Kommunikationssituationen zu vermitteln, so dass sie am Ende der Jahrgangsstufe 9 das Referenzniveau B1 des GeR in den rezeptiven Fähigkeiten und zu wesentlichen Anteilen auch in den Bereichen "Sprechen: an Gesprächen teilnehmen" und "Schreiben" erreicht haben (vgl. Kernlehrplan G8, S. 21).
Zur Ausdifferenzierung der einzelnen Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufen 6, 8 und 9 vgl. Kernlehrplan G8, S. 21-41.
Besonderheiten bei Französisch als 3. Fremdsprache in der Sekundarstufe I (F8)
Wird Französisch als dritte Fremdsprache unterrichtet, verfügen die Schülerinnen und Schüler bereits über vertiefte Erfahrungen im Sprachenlernprozess (z.B. bei der Anwendung grundlegender Lerntechniken oder beim Verständnis grammatikalischer Phänomene, erweiterte Erschließungsmöglichkeiten von Wortbedeutungen - etwa aus dem Lateinischen - etc.). Dies ermöglicht im Unterricht u.a. einen stärkeren Rückgriff auf kognitivierende Verfahren und einen schnelleren Lernfortschritt als im Lehrgang F6, so dass die Schülerinnen und Schüler am Ende der Jahrgangsstufe 9 das Referenzniveau A2 (GeR) mit Anteilen von B1 (GeR) in den rezeptiven Bereichen erreichen.
Zur Ausdifferenzierung der einzelnen Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufen 8 und 9 vgl. Kernlehrplan G8, S. 43 - 55.
Für den Französischunterricht im Lehrgang F8 liegen die unterrichtlichen Schwerpunkte auf
dem zügigen Aufbau eines Repertoires sprachlicher Mittel, um sach- und themenbezogene Kommunikationssituationen sprachlich angemessen (d.h. sprachlich korrekt und unter Beachtung grundlegender situativer Kommunikationsnormen) zu bewältigen,
der Erschließung von Sach- und Gebrauchstexten,
der Anbahnung von Fähigkeiten des zusammenhängenden Sprechens sowie der Textproduktion,
auf Vermittlung der Fähigkeit, das Französische als Unterrichtssprache zu verwenden.
3. Französischunterricht in der Sekundarstufe II
Leitziel des Französischunterrichts in der Sekundarstufe II
Das Leitziel des Französischunterrichts in der Sekundarstufe II ist die Vermittlung bzw. die Vertiefung der interkulturellen Handlungsfähigkeit, die sich in den folgenden Teilzielen konkretisieren lässt (vgl. Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II, S. 8f):
inner- und außerschulische sprachliche Handlungsfähigkeit in Begegnungssituationen mit Französisch sprechenden Menschen und mit der Kultur der frankophonen Länder;
Bereitschaft, anderen Lebensformen und Wertesystemen offen und tolerant zu begegnen sowie die eigenen Haltungen und Einstellungen kritisch zu hinterfragen (interkulturelles Lernen);
Befähigung zu sachgerechtem und kritischem Umgang mit Texten und Medien, indem die in der Sekundarstufe I erworbenen Lern- und Arbeitstechniken im Bereich der Textrezeption und -produktion vertieft und erweitert werden;
Beherrschung von Methoden und Techniken des selbstständigen und kooperativen Arbeitens, um eigene Lernprozesse zielgerichtet und effizient zu gestalten und eigene Lernwege zunehmend selbstständig zu entwickeln.
Am Ende der Sekundarstufe II erlangen die Schülerinnen und Schüler im Fach Französisch als fortgeführte Fremdsprache das Niveau B2, wobei in einigen Lernfeldern - v.a. im Leistungskurs - das Niveau C1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) erreicht wird.
Zur konkreteren Ausdifferenzierung der Lernziele in den verschiedenen Kurstypen der Sekundarstufe II vgl. Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II, S. 13 - 50.)
Besonderheiten im Lehrgang F11 [neu]
(ab Schuljahr 2010/2011 Lehrgang F10 [neu])
Auch im Lehrgang F11 (neu) bzw. F10 (neu) ist das Leitziel des Französischunterrichts die Vermittlung der interkulturellen Handlungsfähigkeit (s.o.). In Anlehnung an die Spracherwerbsphase der Lehrgänge F6 und F8 ist es in diesem Lehrgang jedoch zunächst erforderlich, dass die Schülerinnen und Schüler Redemittel der französischen Sprache erwerben, die sich auf die Handlungsfähigkeit in den Bereichen des privaten und öffentlichen Alltags beziehen, d.h. auf Anwendungssituationen als
Besucher frankophoner Länder,
Gesprächs- oder Briefpartner französischsprachiger Personen oder Institutionen,
sprachliche Mittler zwischen deutsch- und französischsprachigen Gesprächspartnern,
Leser/Hörer, Verfasser französischsprachiger Texte,
Teilnehmer an Interaktionsprozessen im Französischunterricht.
(vgl. Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II, S. 14)
Die thematisch orientierte Unterrichtsarbeit gemäß den Abiturvorgaben nimmt mit fortschreitender Sprachkompetenz sukzessive einen immer breiteren Raum neben der Progression des Spracherwerbs ein.
Am Ende der Sekundarstufe II erreichen die Schülerinnen und Schüler im Lehrgang F11 (neu) bzw. F10 (neu) in der Regel das Niveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR).
Zur konkreteren Ausdifferenzierung der Lernziele im Lehrgang F11 (neu) bzw. F10 (neu) vgl. Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II, S. 13 - 50.)
Themen und Unterrichtsinhalte
Die Themen des Französischunterrichts in der Qualifikationsphase richten sich nach den jeweils gültigen Vorgaben für das Zentralabitur, einzusehen auf folgender Seite des Ministeriums:
http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/abitur-gost/fach.php?fach=5
Wird Französisch als neueinsetzende Fremdsprache ab Jahrgangsstufe 11 (10 für G8) unterrichtet, sollte die Spracherwerbsphase mit Ende des zweiten Lernjahres (d.h. Ende der Jahrgangsstufe 12 [bzw 11 für G8] ) abgeschlossen werden. Auch in der Spracherwerbsphase, die im Prinzip der sprachlichen Progression des Lehrbuches (s.u.) folgt, sollte bereits darauf geachtet werden, dass die inhaltlichen Schwerpunkte und die Medien und Materialien, die in den entsprechenden Vorgaben für das Zentralabitur genannt werden, lernstandsangemessene Berücksichtigung finden.
In Kursen, in denen Französisch als fortgeführte Fremdsprache aus der Sekundarstufe I unterrichtet wird, wird in der Jahrgangsstufe 11 (bzw. 10 für G8) das Thema "Les jeunes" bearbeitet. Gegebenenfalls können in dieser Jahrgangsstufe neben der thematischen Arbeit auch noch einzelne Redemittel und Strukturen ergänzt oder vertieft werden, die in der Spracherwerbsphase (Sekundarstufe I) nicht mehr vollständig eingeführt oder eingeübt werden konnten.
Lehrwerke und Unterrichtsmaterialien in der Sekundarstufe II
Als Lehrwerke der Sekundarstufe II sind an unserer Schule z.Z. eingeführt:
Spracherwerbsstufe des Lehrgangs F11 (neu):
Cours Intensif (Klett Verlag, 2006), Band 1 und 2 für Französisch als neu einsetzende Fremdsprache ab Jahrgangsstufe 11 bzw. 10 (für Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2009/2010 in Jahrgangsstufe 12 oder niedriger sind)
Neben den Schülerbänden werden dabei die begleitenden Materialien (z.B. CDs, Folien) in die Unterrichtsarbeit einbezogen. Zudem bietet es sich - vor allem für den ersten Lehrwerksband - an, auch das jeweilige Cahier d'activités (Arbeitsheft) in den Unterricht einzubeziehen.
Zusätzliche, von dem jeweiligen Fachlehrer/der jeweiligen Fachlehrerin ausgewählte oder erstellte Materialien ergänzen den Unterricht im Sinne der gezielten Umsetzung der jeweiligen Unterrichtsziele (z.B. Hörtexte, Videoausschnitte, Sach- und Gebrauchstexte, literarische Texte, Übungsaufgaben etc.). Die Auswahl richtet sich dabei nach den speziellen Bedürfnissen der Schülergruppen sowie nach den jeweils gültigen Vorgaben für das Zentralabitur, und kann daher von Kurs zu Kurs bzw. von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedlich sein.
Textstufe
In der Textstufe (d.h. Französisch als fortgeführte Fremdsprache sowie thematische Arbeit in Kursen des Lehrgangs Französisch als neueinsetzende Fremdsprache) orientiert sich der Unterricht an den jeweils gültigen Vorgaben für das Zentralabitur. Die Unterrichtsmaterialien werden dementsprechend von dem jeweiligen Fachlehrer/der jeweiligen Fachlehrerin ausgewählt oder erstellt. Daher kann die Auswahl von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedlich sein. Zudem richtet sich die Auswahl der Materialien auch nach den speziellen Bedürfnissen der Schülergruppen und kann daher auch von Kurs zu Kurs unterschiedlich sein.
4. Behördliche Grundlagen des schulinternen Curriculums
Insgesamt orientiert sich die Gestaltung des Französischunterrichts am Maximilian-Kolbe-Gymnasium an folgenden behördlichen Vorgaben:
Sekundarstufe I:
Kernlehrplan Französisch für das Gymnasium - Sekundarstufe I (G8) in NRW, herausgegeben vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, 2008 (im folgenden = Kernlehrplan G8), einzusehen auf folgender Seite des Ministeriums:
http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de
Sekundarstufe II:
Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II - Gymnasium/Gesamtschule in NRW, Französisch, herausgegeben vom Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW, 11999 (im folgenden = Richtlinien)
Zentralabitur (ab 2007):
Vorgaben zu den unterrichtlichen Voraussetzungen für die schriftlichen Prüfungen im Abitur in der gymnasialen Oberstufe, (im folgenden = Abiturvorgaben), einzusehen auf folgender Seite des Ministeriums:
http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de